„Eine passable Leistung war’s – doch es geht noch viel besser!!…“ – Teil 1 von 3

28. Platz für Jürgen Reis bei Int. Serre Chevalier Lead Event (Internationales Open) in Briançon (FRA) als sehr erfolgreicher „Formcheck“!
Redaktion: Eva Pinkelnig

In dieser dreiteiligen Serie werden wir nicht nur über Jürgens in unseren Augen sehr erfolgreiches Abschneiden beim „Mitt-Sommer-Event“ der weltbesten Freeclimber in Südfrankreich berichten. Auch sein neues Training, aktuelle Videos, Hintergrundinfos zu neuen Trainings-, Ernährungs-, Supplementierungs- und Mentalpoweransätzen und sogar erste konkrete Ansagen zu evtl. im 2011 folgenden Neuprojekten sind „Part of the Game“ :-). … Doch auf geht’s: Jürgen stand mir persönlich an einem „Fastruhetag“ Frage und Antwort!

Eure Eva Pinkelnig


Eva Pinkelnig: Jürgen, du wirkst heute, nur zwei Tage nach deiner Rückkehr aus Frankreich, müde und auch recht … wie soll ich sagen … „zuversichtlich zufrieden“ …? Woran liegt’s?
Jürgen Reis: Nun, ich habe zwar den verbleibenden Rückreisetag (du kennst mich, überhaupt nichts tun kann ich nicht :-)) nicht ganz, aber fast auf der „ruhigeren Seite“ verbracht. Ein wenig Rennrad fahren, baden im Waldbad Enz :-). Doch im Ernst: Es bleibt ein gutes und überwiegend positives Gefühl nach dem Kletterwettkampf und warum ich müde bin? Sagt dir das „Stichwort“ Gerhard Salchegger was … :-)!?

Eva Pinkelnig: Oha, ich denke am Ende deiner Antwort war des Rätsels Lösung auf deine somit berechtigte leichte Müdigkeit versteckt. Kann das sein? Die letzten zwei Tage waren also, dank deines neuen Trainers, erneut … HARDCORE!?
Jürgen Reis: Hardcore – das richtige Wort Eva. Gestern, Sonntag, sieben-einhalb, heute „nur“ sechs Stunden Training. Und auch richtig, Gerhard ist mein neuer Klettertrainer, der 2010 ordentlich meinen Trainingsplan „neu mischelte“ und natürlich auch den neuen Österr. Staatsmeister Max Rudigier damit „mitverursachte“. Wie du weißt, setze ich seit April 100%ig auf seine Strategien, und eigentlich war der Bewerb nur ein „Formcheck“, nicht etwa der eigentliche Saisonhöhepunkt, wie 2007.

Weitaus mehr als ein mentaler Lichtblick: „Erstmals seit der EM 2008 wieder Worldrankingpunkte!“

Eva Pinkelnig: 2007, genau – also doch zurück zum Beginn des Interviews, so leicht kommst du mir nicht davon: „Neunter Platz beim 18. Internationalen Kletter-Masters von Serre Chevalier 2007 für Jürgen Reis“, so die Headline eines Newsberichts auf unserem Portal vor gut drei Jahren. Platz 28 im Jahre 2010 und ein dennoch recht zufriedener Jürgen …?
Jürgen Reis: Erstens war das „Serre Chevalier Masters“ dieses Jahr ein „International Open“. Dies bedeutet, dass dieses bereits traditionsmäßig und mit absoluter Professionalität zum 21. mal (!) via Philippe Ligerot und seinem Team perfekt organisierte Event erstmals mit einer wesentlich größeren Teilnehmerzahl aufwartete. Dennoch war die Qualität des Felds extrem hoch. Klar, in Frankreich startet allein für die eigene „Grande Nation“ alles, was Rang und Namen hat oder – ich meine damit den starken Nachwuchsbereich – sich diesen endlich „erklettern“ will. Der Vorteil war, dass die IFSC aufgrund des verschärften Reglements sogar Punkte fürs Worldranking „herausrückte“ und ich somit mit einer Top-30-Platzierung wieder, ebenfalls erstmals seit 2008 (EM-Halbfinale in Paris) „punktewürdig“ war. Das freut irgendwie schon. Es war in den letzten Jahren doch immer die Hürde fürs „würdige Profidasein“ in meinen Augen, welche ich 2009 trotz guter Nationaler Leistungen nicht erbrachte. Nun bin ich endlich wieder „dabei“ :-). Doch auch dies war natürlich für viele andere Topkletterer, neben dem stattlichen Preisgeld, welches weit über jedem Weltcupbewerb in diesem Jahr lag, eine der zusätzlichen Hauptmotivationsfaktoren für die Teilnahme. Wer lässt sich diese heiß begehrten Punkte, die sonst nur bei Weltcups, WMs, EMs und eben, so wie hier, bei einigen wenigen ausgesuchten Masters auf sehr hohem Niveau vergeben werden, schon entgehen. Zudem war nur zwei Wochen zuvor der Weltcup in Chamonix und somit die meisten Teilnehmer, z.B. auch das Japanische Team, noch in Europa und als Konkurrenz vor Ort.

Eva Pinkelnig: Kann ich mir denken. Doch wie verlief der Kletterbewerb in Frankreich 2010 nun generell?
Jürgen Reis: Ich kam leider in beiden Durchgängen der Qualifikation am Freitag nicht ans Limit meiner absoluten Wettkampf-leistungsfähigkeit. Das ist nun mal Klettern, du weißt es, Eva. Ein Versuch und … Hop oder Top! Mein Vater, der als Betreuer dabei war, meinte sofort nach der ersten Flashtour: „Da hätte noch viel mehr drin sein müssen Jürgen!“. Und er hatte (wie immer :-)) recht. Ein eigentlich wohl nicht soooo schwieriger Zug an einer Dachkante wurde mir durch ein „Zurückklettermanöver“ und ein vorher suboptimales Einhängen einer Zwischensicherung zum Verhängnis. Die eigentliche Boulderstelle im unteren Teil überraschte mich sogar durch ein „Hey, war das alles!?“ im Hinterkopf. Es war ein super Feeling, hier mithalten zu können. Die zweite Qualitour war etwas ausdauernder, was mir freilich nach wie vor sehr entgegenkommt. Dort konnte ich bis auf drei Züge an das Topfeld heranklettern. Naja, 28. ist immer extrem undankbar. Da kommen 26 Teilnehmer weiter ins Halbfinale und … ein Griff weiter in der ersten Tour hätte vermutlich sogar gereicht. Aber dennoch: Auch mein Vater war hinterher zwar nicht zufrieden, wie ich selbst auch nicht, … aber… es war insgesamt absolut passabel. Und klar ist: Es „geht“ – vielleicht sogar noch 2010 – mit einem „Traumlauf“, wie ich ihn auch 2007 oder zuvor in den Weltcups mehrfach hatte, noch viel mehr!

ENDE Teil 1 – Im Fortsetzungsbericht dieses dreiteiligen Newsberichts wird Jürgen exklusiv über die Details seiner neuen – fast achtstündigen Trainingstage und sogar einige exklusive Videos werden drin sein. Wie Sie am einfachsten und quasi „vollautomatisch“ an diesen Bericht kommen? Bequemer als via kostenlosem Newsletter-Abo geht’s wohl nicht mehr :-)! Viel Spaß und bis nächste Woche!

Ein aktueller Pressebericht der „Vorarlberger Nachrichten“, einer der größten Österreichischen Tageszeitungen, finden Sie im PDF-Format in unserem Pressearchiv.

Weitere Berichte zu den Kletterwettbewerben in Serre Chevalier, welche Jürgen Reis bestreiten durfte, finden Sie unter folgenden Direktlinks:

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