Zweimal Rotweißrotes WM-Gold!

... auch für Jürgen Reis in einem sensationellen Team zum persönlichen Erfolg – Weltmeisterschaft im Sportklettern in Aviles / Spanien 2007
Redaktion: Niels Karwen, Fotos: Heiko Wilhelm

Für den Österreichischen Klettersport dürfte die im September ausgetragene Weltmeisterschaft erneut als phantastisches Saisonhighlight gewertet werden. Im nordspanischen Asturien traten im 115-köpfigen Herrenfeld für das österreichische Team David Lama und Jürgen Reis im Vorstieg an. Ein 9. Platz für Lama und ein 26. Platz für Reis an der Wand, sowie ein 11.Platz für Kilian Fischhuber im Bouldern – sensationell? Nein, jedoch in einem so gut besetzten Feld alles andere als eine schwache Leistung. Ein stattlicher Erfolg! Die Überraschung, genauer gesagt zwei Weltmeistertitel erkletterten die Damen des österreichischen Teams. Die 19-Jährige Anna Stöhr ließ im Bouldern die Konkurrenz weit hinter sich, und Angela Eiter wurde auch wenn dies fast etwas arrogant klingen könnte, nach einer mustergültig perfekten Saison 2007 erwartungsgemäß erneut Weltmeisterin an der Wand.

Ein starkes Team – Grundlage persönlicher Erfolge:

„Die Begeisterung, von der das Österreichische Team während der Wettkämpfe erfasst wurde, schien für jeden Einzelnen ein wichtiger Motor gewesen zu sein.“ So umschreibt es Jürgen, der mit seinem 26. Platz 14 Plätze vor seinem Zielergebnis liegt, obwohl sein altes Ringfingerproblem just vor dem Halbfinale wieder zu nerven begann. Als Dienstältester im Team Österreich im oberen Viertel der WM dabei sein zu können, bestätigt seine Pläne ebenso wie die anhaltend positive Tendenz seiner Wettkampfteilnahmen 2007. Zusammen mit dem 9ten Rang beim Int. Masters in Serre Chevalier diesen Sommer kann er nach der WM sicherlich bereits von einer klaren Fortsetzung seiner bislang erfolgreichsten Saison im vergangenen Jahr sprechen. Während Jürgen mit David Lama ein Wunderkind vor der Nase herumklettert, welchem noch eine ungewöhnliche Karriere vorhergesagt wird, geht Jürgen festen Trittes den langsamen und beständigen Weg eines Routiniers: Würde man das Teilnehmerfeld noch einmal in Altersstufen einteilen, so ist Jürgen viertbester von den 15 über 30-jährigen Startern. Keine Selbstverständlichkeit in einer Sportart, die stark von der körperlichen Kraftkomponente abhängt! Vermutlich ist das ansonsten so junge österreichische Team für Jürgen so etwas wie eine Frischzellenkur, welche ihn immer wieder mit den Leistungssteigerungen im Klettersport mitzieht.

Ein starker Plan – Wegweiser zum Erfolg

Eigentlich hatte er die Rückreise ja schon nach den Qualifikationen erwartet, aber dank der Unterstützung durch Herburger-Reisen, seiner Vater wie 2006 in Asien als Coach vor Ort und freilich der während der ganzen Saison starken Rückendeckung durch das Land Vorarlberg konnte er das unerwartet erreichte Halbfinale noch als Teilnehmer erleben. Schon 3 Tage nach der Rückkehr aus Spanien beschäftigte sich Jürgen mit der Planung des nächsten Weltcup-Bewerbs in Frankreich. Geplant, angegriffen und durchgezogen – vorbildlicher geht es kaum. Besonders, wenn man bedenkt, dass ein Fingerproblem zehn Tage vor Turnierbeginn wieder „aktuell“ wurde und er das Kurieren der Verletzung in die Vorbereitung auf die WM einbinden konnte, ohne mit dem Gefühl von Schwäche anzutreten. Eine riesige Ansammlung von Aufgaben und Herausforderungen, wenn neben dem Klettern auch noch ein neues Buch auf das „Gut zum Druck“ wartet. Hut ab!

Ein starkes Umfeld – Ohne Freunde geht es nicht.

Wie es dieses Jahr enden wird, und wie die kommende Saison aussehen wird, lässt Jürgen gerne noch ein Weilchen in den Sternen stehen, aber eines ist sicher: Ohne seine Verbündeten in Training und Betreuung wäre eine Saison wie diese nicht möglich gewesen. Das konzentrierte Arbeiten an Wand und Bouldern sind mit Eva, Manuel und Bettina eine Säule des Erfolges, so wie die Betreuung durch die Profis für Mentale Disziplin, Trainingsgestaltung, Kinesiologische Begleitung und Leistungsoptimierung. „Eva, Manuel, Wolfi! Hanno, Herbert, Werner und Rudi.“ heißt es in seinem WM-Bericht per Voicemail: „Ohne Euch wäre ich nicht einmal angetreten. DANKE auch Edwin, Viktor, Jan und freilich Sabine vor Ort in Spanien! Eine perfekte Weste, Topverpflegung und sogar eine Physiotherapeutische Rückendeckung vor Ort ... alles war einfach genial!“.


Ein Blick nach Vorn – nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf...

10 Tage alternative Trainingsformen ließ sich Jürgen von seinem kinesiologischen Berater Rudi Pfeiffer verschreiben, bevor es in die unmittelbaren Vorbereitungswochen zum nächsten Weltcup in Valence gehen wird. Dann Wiederaufbautraining mit geballter Supplement-Unterstützung durch Body Attack zu einem Zwischen-Peak. Wir werden übrigens in unserem nächsten Newsletter über die geplante, stark erweiterte Partnerschaft mit dem Supplemente-Profi am deutschsprachigen Markt im Jahr 2008 berichten. Man merkt es schon: Jürgen lebt den Klettersport wohl so wie er ihn liebt. Schauen wir mal, wie hoch der Löwe aus Vorarlberg beim Weltcup in Frankreich springen wird. Wahrscheinlich wieder einen Level höher als dieses mal.

Niels Karwen ist freiberuflicher Autor, der in Kiel, Deutschland lebt. Er ist spezialisiert auf Sport, Internet und ganzheitlichen Lifestyle.


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