„Erntezeit“ oder Halbjahresrückblick auf meine beste Saison

Die Erfolgsbilanz von Peak-Athlet Christian „Ruppi“ Ruppert: In 10 Monaten zur Topform und 10 kg Körperfett gegen 4 kg reine Qualitätsmuskulatur „eingetauscht“!
Redaktion: Sonja Walper

Sonja: Hallo Christian!.... Nachdem ich schon zum Anfang dieses Jahres ein Interview mit dir führte, bin ich nun umso gespannter wie es dir seit jener Zeit ergangen ist?
Ruppi: Also vorweg: mein Saisonziel eine Klettertour im Schwierigkeitsgrad 7c (IX) zu klettern habe ich nicht verwirklichen können. Trotzdem bin ich aber hoch zufrieden. Liest man das Tourenbuch zwischen den Zeilen, so merkt man, dass es für meine Verhältnisse eine super Saison war … doch alles der Reihe nach!
Bis zum Ende meiner Trainingsphase, gab ich nochmals richtig Gas und befolgte den von Jürgen ausgearbeiteten Trainingsplan. Ich setzte alles 1:1 um, und war gespannt und hoch motiviert, auf den ersten richtigen Felskontakt in Mutter Natur.

Sonja: Wo warst du?
Ruppi: Wer vor lauter Kraft fast schon nicht mehr gehen kann , der kommt an der Fränkischen Schweiz nicht vorbei. Das In-Klettergebiet für alle „Krafteier“ oder die es noch werden möchten ...

Sonja: Wie verlief der erste Felskontakt?
Ruppi: Meine allererste Tour war eine 6c, die On-Sight gelang. Hört sich unspektakulär an, allerdings war in vorhergehenden Saisonen bei 6c auch nach längerem probieren in den Touren Schluss. Auch wenn noch die Vorstiegsmeter fehlten, war dies schon ein gelungener Auftakt, der Mut machte. Was ich auch noch sofort bemerkte, war die signifikante Steigerung meiner Kraftausdauer. Ich konnte längere und vor allem viel schwerere Meter klettern als jemals zuvor. Ich erholte mich zudem viel schneller von den Strapazen und selbst die gefürchteten dicken Unterarme, die mir früher oftmals einen Kletterurlaub vermiesten, blieben aus.

Sonja: Was war dein persönlicher Schlüssel zum Erfolg?
Ruppi: Ich denke hierfür sind zwei Dinge von entscheidender Wichtigkeit. Erstmals hatte ich einen speziellen Trainingsplan, der perfekt auf mich abgestimmt war. Hier konnte ich mir sicher sein, dass meine Trainingseinheiten – exakt das Richtige für mich waren … und zweitens, trug die Umstellung meiner Ernährung sicherlich eine entscheidende Rolle. Danke Jürgen!

Sonja: Das darfst du uns nun aber ruhig etwas genauer erklären?
Ruppi: Also es gab auch bei mir eine Zeit vor der Peak-Ära. Damals machte ich alles verkehrt, was man nur falsch machen kann in Punkto Ernährung. Meine „Energiezufuhr“ war einseitig und überhaupt nicht auf die körperliche Belastung abgestimmt. Ich trainierte und kletterte wie ein Spitzensportler aber ernährte mich wie ein Invalide der im Krankenhaus auf Schonkost war. Ich nahm den Neujahrstag zum Anlass, die von Jürgen vorgeschlagenen Ernährungstipps in die Tat umzusetzen. Nachdem ich mir noch nie soviel aus der, laut der gängigen „Expertenmeinung“, so idealen kohlenhydratbetonten „Sporternährung“ machte, fiel mir das auch nicht besonders schwer. Meine Ernährung bestand so ab sofort aus einer Eiweiß- und Fettdiät mit strategisch eingesetzten Kohlenhydraten. Wobei mir vor allem die hohe Fettzufuhr, anfangs ziemliche „Kopfschmerzen“ bereitete. Ich kann mich noch gut an den ersten Tag erinnern, an dem die Fettmenge extrem hoch war…..aber nachdem ich nichts zu verlieren hatte, außer vielleicht ein paar Pfunde mehr auf den Hüften zu haben, traute ich mich schließlich doch…..und it worked – und wie!

Sonja: Wie ging es weiter?
Ruppi: Erstaunlicherweise nahm ich trotz der hohen Kalorienzufuhr ab. Kalorienzählen entfiel völlig und wie gesagt, die Ernährung bestand überwiegend aus Eiweiß und gesundem Fett. Darüber hinaus fühlte ich mich viel kräftiger und fitter. Ich konnte wesentlich härter und auch intensiver trainieren.

Sonja: Moment ... harte Fakten bitte Ruppi ;-) Wie waren deine Ausgangswerte und wie die konkrete Entwicklung?
Ruppi: Mein Körpergewicht betrug zu Jahresbeginn 2007 78 Kg bei ca. 22% Körperfettanteil.
Im Sommer erreichte ich schließlich meine bis dato absolute Rekordmarke von 72 Kg bei 10,1%. Im Verlauf der Zeit merkte ich förmlich, wie sich mein gesamter Körper veränderte. Ich wurde zusehends definierter und kam immer besser in Form, was natürlich auch meine sportlichen Erfolge beweisen. Die Bilanz aus den Zahlen ist für jeden, der rechnen kann, wohl klar: Ich konnte fast 10 kg Körperfett abbauen und in der selben Zeit, also seit Anfang 2007 bis zum Oktober, gut 4 kg reine Qualitätsmuskulatur aufbauen!

Sonja: Glückwunsch …und was hat dich in der zurückliegenden Saison am meisten gefreut?
Ruppi: Es gab in meinen Heimatklettergebieten, Touren, die ich seit Jahren probierte. Nicht besonders schwierig aber trotzdem fiel ich immer wieder ab….bis ich gänzlich die Lust an den Touren verlor.
Heuer gelangen mir urplötzlich die Touren ohne viel Kraftanstrengung – und ich fragte mich- wo in all den Jahren – das Problem lag.
Außerdem gelangen mir unzählige Touren im Bereich 6c/7a und natürlich last but not least 7b Rotpunkt.

Sonja: Wie geht es weiter?
Ruppi: Als aller erstes möchte ich freilich weiterhin gesund und fit bleiben. Verschont von Bandscheibenvorfällen und Ringbandrupturen. Zusätzlich werde ich den von Jürgen ausgearbeiteten Trainingsplan auch im nunmehr zweiten Winter unter seiner Betreuung konsequent durchziehen. Ich bin zuversichtlich mich 2008 endlich einmal in ein Highend-Projekt stürzen zu können, wenn ich weiterhin solch fantastische Fortschritte mache. Dies ließ sich im Herbst ja leider aufgrund von Zeitmangel oder der Witterung nicht mehr umsetzen. Doch optimistisch betrachtet: Mit einem „Tick“ mehr Kraft im Laufe des Winters kratze ich in der nächsten Saison vielleicht sogar am „magischen Kletterschwierigkeitsgrad“ 8a (IX+/X-).

Sonja: Hört sich super an! Ich drück dir die Daumen und wir hören wieder von einander.
Vielen Dank für das tolle und motivierende Gespräch.
Ruppi: bast scho - und beste Grüße an Jürgen – Thank’s für alles…..


zurück

DruckenDiese Seite drucken