Die neue Dimension des Bodybuilding ... oder ... „Aufgegeben werden nur Briefe!“

Peak Athlet Stefan Streich’s Rückkehr in das Leistungstraining durch das „Peak-Prinzip“
Redaktion: Sonja Walper

Sonja Walper: Wie bist Du mit dem Peak-Prinzip in Berührung gekommen?
Stefan:
Im Sommer 2005! Als langjähriger Bodybuilder mit Wettkampferfahrung ging meine Entwicklung rückwärts. Trotz fortwährendem Training wurde ich deutlich schwächer, der Körperfett-Wert stieg an und die Magermasse verringerte sich. Durch Zufall bin ich auf eine Werbung des „Peak-Prinzips“ gestoßen. Nachdem ich das Buch umgehend gelesen hatte, wandte ich mich an Jürgen Reis, um mich coachen zu lassen. Eins gleich vorweg: Was er in seinen Büchern beschreibt war überzeugend, doch was dann im persönlichen Kontakt folgte, übertraf klar meine Erwartungen. Individuelle neue Ideen und Pläne von der erste Minute an. Ein Coaching mit Jürgen ist sicher die Lösung für jeden, der persönlich betreut seine Trainings- und Körpertträume endlich verwirklichen will.

Sonja Walper: Wie waren Deine ersten Erfahrungen mit dem „Peak-Prinzip“?
Stefan:
Bevor ich hierauf antworte, darf ich wohl vorausschicken, dass ich vor der „Peak-Wende“ relativ frustriert und ratlos bezüglich meines Trainings war. „Alte“ Maßnahmen brachten keinen Erfolg mehr. Im Gegenteil: eine paradoxe Reaktion jagte die nächste (lacht). Um es kurz zu sagen: Eigentlich war es mir egal, wer mich nach welchem Prinzip coachte, Hauptsache ich würde „meinen Körper“ zurück bekommen. Ohne die hervorragende sportliche Leistung oder die Kompetenz von Jürgen Reis in Frage zu stellen, ein wenig skeptisch war ich Anfangs schon! (grins)

Sonja Walper: Aus welchem Grund?
Stefan:
Na ja, als leidenschaftlicher Bodybuilder mit einem Körpergewicht zwischen 110 – 125 kg, einigen erfolgreichen Wettkampferfahrungen und ebenfalls guten Kraftleistungen, ist es natürlich erst einmal ungewohnt, sich von jemandem coachen zu lassen, der etwa halb so „huge“ ist (grins). Ein 55kg Leichtgewicht – zweifelsohne stark, dennoch entspricht sein Körper kaum dem eines Wettkampfbodybuilders. Doch ich sollte mich noch wundern: Jürgens Wege sind nach wie vor neu, gewagt aber ungemein effektiv und vor allem langfristig praktizierbar. Was mich sofort nachhaltig beeindruckt hat, war die spektakuläre Definition von Jürgen Reis. Und natürlich die Kernaussage seines „Peak-Prinzips“.

Sonja Walper: Was denn genau?
Stefan:
Die Möglichkeit „lean“ – also ohne gleichzeitige Zunahme an Körperfett – Muskeln aufzupacken. Stark zu werden und zu bleiben und auch eine vernünftige Trainingsperiodisierung. Wie man an meinen Körpergewichtsschwankungen leicht erkennen konnte, war ich ein „old school“ Bodybuilder mit Schwerpunkt auf sogenannte „Bulk-Up“-Phasen (grins). Der Blick zurück zeigt es mir jedoch nun deutlicher denn je: Wirkliche Massephasen funktionieren nur für den, der Körperfettzuwächse als erfolgreiche „Masse“ definiert. Meist wird dabei einfach eine stark überkalorische Ernährung kombiniert mit umfangreichem „Pumptraining“ mit zahlreichen Sätzen und Übungen, die zwar im Spiegel toll aussehen, aber bereits am nächsten morgen vom Körper leider vergessen sind. Das kann wirklich jeder – dazu braucht es weder viele Bücher, Grips oder gar Coachings. Doch wie gesagt: Es klappt nicht! Der Köper wird nicht stärker – nur müde und fett! Wirf doch einmal einen Blick ins nächste Studio. Schau ihnen zu, den „Profis“ an der Shake-Bar. Oft sind diese mit deutlich über 15% Körperfettanteil „begnadeten starken Männer“ noch nie im Leben auch nur in die Nähe einer echten „Peak-“ oder Wettkampfform gekommen! Jürgens Methoden sind im Gegensatz dazu sicher nicht immer bequem: Fernab von Anabolika und Supplementversprechen, die ohnehin nicht aufgehen. Hartes Training mit teilweise ungewohnten Grundübungen und professionell geplante und überwachte Regeneration stehen im Mittelpunkt.

Sonja Walper: Wie begann denn Dein „Peak-Training“?
Stefan:
Indem mir von Jürgen erst einmal das Eisen verboten wurde! (lacht)

Sonja Walper: Interessant! Bitte schildere das etwas genauer.
Stefan:
Klar! Nachdem wir mein bisheriges Training analysiert hatten, dass, wie eingangs erwähnt, das Gegenteil von produktiv geworden ist, war das „Eisenzeitalter“ für mich erst mal vorbei (grins). Schwerpunkt meines Trainings waren dann Klimmzüge, Aufzüge, Handstände, einarmige Liegestütze, Spannungssitz und „Pistols“ (einbeinige Kniebeugen).

Sonja Walper: Und, wie hat Dein Körper darauf reagiert?
Stefan:
Erstmal mit Widerwillen! (lacht)
Im Ernst, natürlich ist es ungewohnt, als deutlich über 2 Zentner schwerer, 1,90 m großer Athlet plötzlich „Turnübungen“ zu machen. Der Start war schon schwierig. Es dürfte am Anfang schon lustig ausgeschaut haben, wie ich an der Sprossenwand versucht habe, in den Handstand zu kommen, mich an der Klimmzugstange abgemüht habe, um die Füße in Richtung Decke zu bewegen oder wie ein „mutierter Flamingo“ einbeinig Kniebeugen geübt habe. Auch die anfänglich einarmigen Liegestütze ersparten der Putzfrau Arbeit, weil ich mit meinem Oberkörper mehr den Boden gewischt habe als mich hoch zu drücken! Die ersten Wochen bin ich auch nie zur „rush hour“ ins Studio gegangen, um dem Spott der Trainingskameraden zu entgehen. Aber plötzlich kam der Wandel!

Ich schaffte die meisten neuen Ganzkörperübungen flüssig, wurde schnell damit stärker und verlor Körperfett. Meiner Meinung nach begünstigten diese Übungen auch die Teilung zwischen den einzelnen Muskelgruppen besser als mit Hanteln oder Maschinen. Ganz besonders möchte ich an dieser Stelle die Bauchaufzüge hervorheben. Eine Übung, die mir „über Nacht“ mehrere Zentimeter Rückenbreite bescherte und den Bizeps vergrößerte.

„Ganz besonders möchte ich an dieser Stelle die Bauchaufzüge hervorheben. Eine Übung, die mir „über Nacht“ mehrere Zentimeter Rückenbreite bescherte und den Bizeps vergrößerte.“

Sonja Walper: Klingt ja toll! Wie gingen Deine Fortschritte denn weiter?

Stefan:
Gar nicht! Im Gegenteil. Plötzlich häuften sich wieder paradoxe Reaktionen. Trotz Pausen, Trainingsvarianten, CPK-Wert-Messungen, die das Training „kontrollieren“ sollten, einem Stufentest zur Überprüfung der Herz-Kreislauf-Gesundheit, internistischen Untersuchungen, etc.

Alles haben wir versucht. Dazu kam, dass ich eine lange überfällige OP durchführen ließ. Sowohl Jürgen als auch ich sahen das als Chance für eine vollständige Regeneration. Wir planten, dass ich das Training nach der Rekonvaleszenz kontrolliert wieder aufnehmen sollte. Gesagt, getan! Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Nach ca. drei Wochen war wieder alles „im Keller“! Ich wurde richtig traurig, frustriert, ja fast depressiv. War doch der Sport „mein Leben“. Auch Jürgen hatte in dieser Zeit wohl viel zu erdulden. Das war bestimmt auch kein „Highlight“ in seiner „Personal-Training-Karriere“, da bin ich sicher. Trotz der Erfolge während der ersten Wochen konnte er sich diese Fehlentwicklungen auch nicht erklären. Meine „verstimmte“ Reaktion auf seine Maßnahmen, war sicher auch keine Motivation für ihn (an dieser Stelle nachträglich „Sorry Coach“).

Er hat ja im Bereich Ernährung, Training, Mental-Power, Motivation, Trost alles gegeben! Ja, selbst Spaziergänge trieben seinerzeit die CPK-Werte in astronomische Höhen. Meine gesamte mentale und körperliche Verfassung war an einem Tiefpunkt. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich als Unternehmer in der Baubranche auch noch Powerarbeitstage zu bewältigen hatte, was mir auch zunehmend schwer fiel. Ich beschloss, den Sport aufzugeben. Inzwischen 42-jährig war ich der Meinung, das wars! Eine hedonistische Lebensweise in Kombination mit einer düsteren mentalen Verfassung machte sich breit.

Sonja Walper: Oh weh! Was sagte Jürgen dazu? Wie hat er reagiert?
Stefan:
Betroffen. Ist klar! Außerdem wird er erkannt haben, dass er mich zu damaliger Zeit nicht hätte umstimmen können. Auch wenn das ganz sicher einem seiner Grundprinzipien sehr widersprochen haben dürfte. „Aufgegeben werden nur Briefe“ hat er mir mal per SMS geschrieben, als ich seinerzeit das Training hinschmeißen wollte.

Durch meine unternehmerische Arbeit abgelenkt und weil ich nicht dauernd an mein „Versagen“ erinnert werden wollte, brach der Kontakt zu Jürgen Reis jedoch ab. Ende Kapitel 1 „Das Peak-Prinzip“ (lacht).

Sonja Walper: Kapitel 1? Das heißt doch wohl, da kommt noch etwas?
Stefan:
Sicher, aber erstmal hatte ich weder Kontakt zu Jürgen und trainiert habe ich auch nicht mehr. Durch Zufall bin ich dann auf eine Methode gestoßen, die Probleme im Immunsystem und somit die Ursache meiner Störung erkannte. Um eine lange überraschende Geschichte kurz zu fassen: Ich hatte diverse Sorten Salmonellen, einen Bandwurm, diverse Dünndarmwürmer etc., etc.
Nein, ich wohne nicht auf einer Müllkippe!!! Und esse auch nicht aus Abfallcontainern (lacht). Durch meine „Raw Steaks“, Schabelfleisch (roh), Carpaccio etc. hatte ich mir wohl den Bandwurm eingefangen. Dünndarmwürmer können durch Salat und Obst entstehen. Einige andere Störungen lagen auch noch vor. Auf diese einzugehen würde hier dem Rahmen sprengen. Tatsache ist, dass mein Körper über Jahre nicht richtig regenerieren konnte! Muskel- und Kraftzuwachs ist purer Luxus für den menschlichen Körper, der sich bekanntlich im Zustand der Homöostase am wohlsten fühlt. Rückwirkend, also keine Überraschung, dass ich Sport nicht mehr hingekriegt habe.

Sonja Walper: Unglaublich! Wie ging es dann weiter? Hast Du Dein Training wieder aufgenommen?
Stefan:
Nein, nicht sofort. Ich wusste zwar die Ursache der Probleme, aber deswegen waren Sie ja noch nicht weg. Erste Therapieerfolge stellten sich jedoch bereits nach ca. sechs Wochen ein. Danach wurde ich zunehmend fitter. Sowohl physisch als auch psychisch. Ohne Sport! Ich hatte plötzlich wieder Energie und Lebensfreude. Im November 2006 nahm ich mein Training wieder auf. Hui, ich bin heute noch begeistert, wenn ich daran denke. Alles wirkte! Mit lächerlichem Gewicht kamen „alte“ Muskeln zurück. Nachdem ich mir eine Grundlage geschaffen hatte, ging ich mein von Jürgen geplantes Training mit dem „Peak-Prinzip“ nun so richtig an und realisierte Fortschritte, mindestens so signifikant wie zu Beginn meines Sportlerlebens.

Sonja Walper: Wie kam dann das „Comeback“ mit Jürgen Reis zustande?
Stefan:
Ja, das war auch „eine Geschichte, die das Leben schrieb“.
Plötzlich und unerwartet kam eine E-Mail von Jürgen mit dem Inhalt, dass ein Athlet in meinem Alter, ehemaliger Schwerathlet, inzwischen nicht mehr trainierbar sei! Verursacht durch jahrelanges massives Doping!
Hey, der meinte mich! Aus seiner Sicht, völlig verständlich. Alle Anzeichen deuteten seinerzeit darauf hin, dass dies so gewesen sei! Im ersten Moment war ich etwas konsterniert, meldete mich aber daraufhin bei Jürgen und erzählte ihm „meine“ Geschichte. Nachdem das geklärt war, einigten wir uns auf eine erneute Zusammenarbeit. Eine Zusammenarbeit, die mit einem „Schlachtfest“ begann (lacht).

Sonja Walper: Schlachtfest??
Stefan:
Ja, wir haben erst einmal einige „heilige Kühe“ des Kraftsports geschlachtet. Angefangen mit dem Ernährungsverhalten, das schon fast den Tatbestand der Essstörung erfüllt! (grins). Wie bereits erwähnt: Massephasen, eine „Kataboliepanik“ wenn ich über 3 Stunden nichts zu essen bekommen hatte und sogar die „berühmten“ Eiweiß-Shakes zu Nachtschlafender Stunde gehörten zu meiner „professionellen Bodybuilding-Vergangenheit“. Doch auch hier brachte Jürgen mich auf den nächsten Level. Eine individuell auf meine Bedürfnisse angepasste Kämpfer-Diät macht meinen „Ernährungs-Alltag“ nun einfach. Ich bin wohl der beste Beweis, dass diese für manche „Männer des Eisens“ wohl mehr als provokante Ernährungsform funktioniert. Und wie! Fettfreie Muskelzuwächse oder eben auch Körperfettverluste können bei entsprechender Planung damit völlig stressfrei realisiert werden. Ohne „Mega-Frühstück“, üppiges Mittagessen oder „Zwangsmahlzeiten“ alle paar Stunden. Ein wohl geplantes, strategisch individuell auf mich und meine Woche abgestimmtes „Kämpfer-Dinner“, beendet und krönt dafür jeden Tag mit einem kleinen Fest! Gesunde Nahrungsvielfalt natürlich inklusive! Das freut Sportlerherz und -Magen (lacht)! Doch das Schlachten ging noch weiter: Über HIT-Dogmen, die nur alle paar Tage ein 20-minütiges Krafttraining zulassen, bis hin zu Mentaltechniken, die inzwischen längst überholt sind. Dazu steht aber ja schon viel in seinen Büchern, das brauche ich ja hier nicht zu wiederholen.

Sonja Walper: Und, wie gestaltest Du Dein Training jetzt?
Stefan:
Zuerst einmal völlig flexibel und stressfrei. In vielen Coachings mit Jürgen haben wir erstmal den Stressfaktor minimiert. Statt eines festen Trainingsplans, den ich als engagierter Unternehmer momentan ohnehin nicht einhalten könnte oder nur in Verbindung mit „Disstress“ (siehe Peak-Power), trainiere ich wie es meine Zeit erlaubt. Auf diese Weise komme ich momentan trotzdem noch auf acht bis zehn Trainingseinheiten die Woche. Jedoch geplant und wohl dosiert! Diese umfassen einige Kettlebell-Übungen (mein neues Lieblingsspielzeug), Krafttrainingseinheiten in den Grundübungen (nicht bis zum Versagen), moderates Grundlagenausdauertraining und diverse Stretchingübungen. Wie gesagt, individuell auf mich und meine Situation zugeschnitten. Im wahrsten Sinne des Wortes „Personal Training der Meisterklasse“. Davon bin ich wirklich begeistert. „And it works“.

Sonja Walper: Wie sehen denn Deine weiteren sportlichen Ziele aus? Planst Du vielleicht sogar wieder Wettkämpfe?
Stefan:
Man soll niemals nie sagen! Aber momentan sehe ich mich eher als „Athlet“, weniger als Bodybuilder. Zuerst einmal möchte ich gesund bleiben, dann möchte ich stark bleiben und stärker werden. Derzeit habe ich so viel Freude am Training, an der Bewegung, am Körpergefühl und an den Fortschritten, so dass der „Weg das Ziel ist“ (grins). Jürgen und ich haben zwar einen Masterplan für die Zukunft, aber wie gesagt, Sport ist im Moment „nur“ die wichtigste Nebensache. Durch das „flexible Peak-Trainingssystem“, welches Jürgen und ich erarbeitet haben, bin ich jederzeit in der Lage zu „peaken“. Das ist aber Zukunftsmusik. Da Jürgen und ich in unseren Coachings immer wieder Bewährtes mit Neuem vermischen, sind die Verbesserungsmöglichkeiten grenzenlos! Durch seine internationalen Kontakte mit renommierten Autoren und Sportlern, kombiniert mit seiner eigenen Neugier und Kreativität geht es immer weiter. Einmal zwei Schritte vor, dann einen halben, wohl dosiert und geplant zurück. „Gezielte strategische Dekonditionierung“ ist das neue Zauberwort von Jürgen dazu... naja ... zugegeben zumindest meistens gezielt und geplant – ich bin immer noch ein Mensch – keine Maschine, genau wie Jürgen selbst auch! Doch davon schreibt er glaub ich erst im nächsten Buch ... (lacht)

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