„Das Credo eines Besessenen“

Peak-Athlet Ruppi Ruppert: Vom Bandscheibenvorfall direkt in neue Leistungsdimensionen
Redaktion: Sonja Walper

Sonja Walper im Gespräch mit dem Peak-Athleten dieses Newsletters: Christian „Ruppi“ Ruppert

Sonja Walper: Wie kam der erste Kontakt zwischen dir und Jürgen zustande?
„Ruppi“ Ruppert:
Erstmalig wurde ich im Frühsommer 2005 auf Jürgens – Homepage aufmerksam. Der Mund stand offen, die Augen wurden immer größer. Fasziniert von 4,4 % Körperfett und schier endloser Power – war der Weg, mein Weg klar. Ich wollte endgültig etwas an mir und meinem alten Training grundlegend verändern. Denn obwohl ich jahrelang trainiert hatte, hielten sich meine Erfolge in Grenzen und von Trainingsplanung und –steuerung verstand ich fast nichts. Ich weiß heute noch, wie fasziniert ich von der neuen Dimension Fitness war. Das entscheidende war aber: es gab professionelle Coachings.

Sonja Walper: Wie ging es weiter?
„Ruppi“ Ruppert:
Nach zögerlichen Anläufen und sporadischer Kontaktaufnahme entstand zusehends ein reger Informationsaustausch über das Internet. Ich brachte meine Ziele, Wünsche und auch alte Trainingspläne zu Papier und Jürgen versprach, alles zu überarbeiten und ein professionelles Coaching zu übernehmen. Zum ersten Mal wurde für mich ein spezieller, individuell optimierter Trainingsplan erstellt. Der Zeitraum war auf einige Monate begrenzt, so dass ich im Herbst 2006 meine Pläne in den „magnesiaschwangeren“ Händen hielt.

Sonja Walper: Welche Veränderungen ergaben sich daraus?
„Ruppi“ Ruppert:
Jürgens mahnende Worte brachten zunächst Verunsicherung. Ich solle meine Fitness-Studio-Einheiten reduzieren und mich mit 100% Energie auf das Klettertraining konzentrieren. Gibt es eine Zukunft ohne Sixpack und dicken Bizeps? Ich sah eine ernste Bedrohung für meine Strandfigur. Nachdem man aber am Badesee nicht Klettert, setzte ich die Theorie in die Praxis um und trainierte weniger, aber zugleich härter und spezifischer. Mit Erfolg! Mehr Kraft beim Klettern und trotzdem noch Traummaße. Ich hielt das vorher nicht für möglich! Was mir auch sofort ins Auge stach, war die klare und effektive Struktur des Plans. Belastungsreize änderten sich Wochentags und – Oh Schreck! – es gab auch Ruhetage und Spaziergänge.

Sonja Walper: Erholung als Schock – Wieso das?
„Ruppi“ Ruppert:
Aktive Regeneration war für mich ein Fremdwort. Spaziergänge machten Großeltern oder Mamis mit Kinderwagen. Rückblickend sollte Jürgen aber auch hier Recht behalten. Denn im Nachhinein war es ein großer Fehler meinem Körper keine Ruhe- und Auszeiten zu gönnen. Immer schön im hohen Drehzahlbereichen auf der Überholspur. Vollgas! Egal ob die Anzeige schon längst im roten Bereich war. Mein geschundener Körper „belohnte“ mich vor dem Coaching mit Jürgen auch entsprechend: Mit einem kapitalen Bandscheibenvorfall, OP’s, Reha, das volle Programm.

Kurz vor der Sportinvalidität: Kapitaler Bandscheibenvorfall

Sonja Walper: Wann passierte das genau und wann hast du mit dem Wiederaufbau deiner Form begonnen?
„Ruppi“ Ruppert:
Ab Juli 2006 lag ich flach. Therapeuten sprachen vom Sportinvaliden und die Motivation nahm täglich ab. Die Formkurve zeigte steil abwärts – ich hatte echt Angst wahnsinnig zu werden. Trotzdem: Halbwegs auskuriert nahm ich im Herbst 2006 das Training wieder auf. Wie gesagt, von Anfang an unter Jürgens „Coaching-Argusaugen“. Und Happy New Year 2007 – die Zeichen standen auf Angriff – Motivation pur – die Bandscheibe hielt.

Sonja Walper: Wie sieht Dein normaler Tagesablauf aus?
„Ruppi“ Ruppert:
In erster Linie bin ich ein Hobbyathlet, der täglich in die Arbeit muss, um sich seine Brötchen zu verdienen. Trotzdem unterliegen meine Tage einem strengen Trainings- und Ernährungsplan. Faktisch fällt nichts ins Wasser. Alles eine Frage der Organisation oder des frühen Aufstehens. Ich denke schon automatisch in „peakspezifischen“ Wochentagen. Dienstag heißt Ruhe, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag – kontrolliertes Vollgas.

Sonja Walper: Die Motivation ist kein Problem für Dich?
„Ruppi“ Ruppert:
Selbstverständlich habe auch ich Phasen in denen ich mich etwas ausgebrannt und leer fühle. Vor allem nach einem stressigen Arbeitstag oder bei familiären Verpflichtungen ist es manchmal schon schwierig, noch den Biss für eine harte Trainingseinheit aufzubringen. Aber Zähne zusammenbeißen und durch. Denn schließlich gibt es da ja auch noch einen „Trainer Jürgen“, der auf Erfolge wartet.

Sonja Walper: Welche Veränderungen ergaben sich für Dich durch den neuen Trainingsplan?
„Ruppi“ Ruppert:
Spätestens nach 4 Wochen halfen die größten Scheuklappen nicht mehr, die Erfolge zu übersehen. Kontinuierlich steigerte sich meine Fitness und vor allem konnte ich Griffe an der Boulderwand halten, die ich bis dato gar nicht als solche wahrgenommen hatte. Selbst meine legendär miserable Kraftausdauer vollzog Quantensprünge. Unglaublich- ein Wintermärchen hatte begonnen.

Sonja Walper: Peak-Prinzip – A Way of Life – oder ein kurzweiliger Trend?
„Ruppi“ Ruppert:
In Zeiten wie diesen, in denen alles schnell gehen muss, Junkfood zum Grundnahrungsmittel mutiert – ist es sicherlich nicht jedermanns Sache, derart konsequent und diszipliniert sein Leben zu organisieren. Auch ich finde es manchmal anstrengend, sich schon in der Früh Gedanken über den After-Workout-Snack zu machen, Kaloriendefizite zu bilanzieren, Ernährungslisten zu kontrollieren, etc. Viele gehen einfach den bequemeren Weg – nur dass diese „Abkürzung“ langfristig einfach nicht existiert! Ob Sackgasse oder Trampelpfad, solange mir niemand ein schlüssigeres Konzept vorweisen kann, dass ähnliche Erfolge liefert, werde ich konsequent und mit all meiner Energie diesen für mich idealen, eingeschlagenen Kurs weiterverfolgen. Dieses Prinzip einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, gepaart mit hartem Training, stellt für mich das Idealbild eines Sportlerlebens dar.

Von 22% auf 16% Körperfett in nur 8 Wochen!

Sonja Walper: Du hattest also vor den Coachings neben deinem Training auch Schwachpunkte im Bereich Ernährung?
Ja, auch ich gehörte zu der Generation: „Fette sind schlecht und machen dick!“. Dementsprechend war meine Ernährung kalorienbewusst, fettreduziert, eiweißlastig und kohlenhydratbetont. Das Ergebnis war zwar eine Gewichtsreduktion, aber mein Körperfettanteil blieb unverändert. Ich verlor also wertvolle Muskelmasse, wie wohl die meisten „Natural“ trainierenden Athleten mit solchen „Low Fat Diäten“. Trotz Ausdauertraining blieb der Wert konstant bei 20% bis 22%. Da ich nichts zu verlieren hatte, gab es zum Jahresbeginn 2007 einen konsequenten und von Jürgens Coachings unterstützten Vorstoß in mir unbekannte Dimensionen.
Meine Ernährung wurde komplett umgestellt. Ausgewogen und reich an Mineral- und Vitaminstoffen. Gesundes Fett und eine ausreichend bilanzierte Eiweißzufuhr feierten Hochzeit. Sicherlich die Umgewöhnungsphase war anfangs etwas umständlich und kompliziert. Das Kalorienzählen und die Werte der Lebensmittel zu erfassen war lästig, aber unumgänglich. Trotzdem behielt Jürgen auch hier Recht.
Meine legendären Heißhunger-Attacken blieben aus. Die Gewichtsreduktion, diesmal an den richtigen Stellen, war sichtbar und selbst der Körperfettanteil schmolz per Ende Januar auf 16%! Alle Zeichen der Formkurve stehen nun endgültig auf Angriff und Erfolg! Mein allgemeines Wohlbefinden und die körperliche Fitness verblüffen mich jeden Tag aufs Neue. Selbst die winterliche Erkältung lässt dieses Jahr auf sich warten!

Zu keiner Zeit fühlte ich mich lebendiger, fitter, vitaler und stärker!

Sonja Walper: Dein Fazit ist gefragt! Warum ist das Peak-Prinzip für Dich zum Jungbrunnen und Lebenselixier geworden?
„Ruppi“ Ruppert:
In keiner Phase meines Lebens, in der ich derartig hart und diszipliniert trainiert habe, fühlte ich mich lebendiger, fitter, vitaler und stärker. 100% Energie – täglich.

Sonja Walper: Welche Ziele hast du nun für die Zukunft?
„Ruppi“ Ruppert:
Seit ich klettere, übt die nichts sagende Zahlenkombination 7c/7c+ (oberer neunter Grad, Anm. d. Red.) eine unglaubliche Faszination und Energie auf mich aus. Pure Magie! Sie verkörpert für mich den Nimbus des extremen Sportkletterns. Hätte ich keinen Sohn, würde ich mich zu dem Satz hinreißen lassen, für 7c-Rotpunkt, würde ich sterben. Darüber hinaus ist aber das tolle an dem Klettersport, dass es nie an Ideen und neuen Zielen mangelt. Du stehst auf Deinem PEAK und siehst gleichzeitig tausend andere. Das wird nie aufhören und immer weitergehen. Sucht? Wahrscheinlich macht dieser Sport süchtig. Die Ziele sind vielschichtig, genau wie meine Leidenschaft. Gerne würde ich mit dem Rudi die Hasse-Brandler an den Zinnen machen, den Sprung von Halebob schaffen, im Zillertal Hotel California niederreißen, am Schleierwasserfall harte Nüsse knacken,10% Körperfett und Muskeln mit endloser Power haben, dem Simon ein verrückter und liebevoller Papa sein, endlich einen einarmigen Klimmzug schaffen, eine Wohnung in Arco besitzen und last but not least, Jürgen persönlich kennenlernen und zum Boulderduell herausfordern. :-)

Sonja Walper: Wie beschreibst du Dich selbst?
„Ruppi“ Ruppert:
Der englische Spitzenkletterer Jerry Moffat beschrieb sich einmal so. „Ich lebte, atmete und aß nur für das Klettern, nachts träumte ich vom Klettern!“ – Dem möchte ich nichts hinzufügen.

Sonja Walper: Dein Lebensmotto?
„Ruppi“ Ruppert:
Der italienische Alpinist W. Bonatti sagt: „Wer höher klettert, sieht weiter, wer weiter sieht, der träumt länger“. In diesem Sinne hoffe ich, dass mir nie die Träume ausgehen werden!

Sonja Walper: Danke für deine Zeit und 110 Prozent Erfolg für deinen passionierten Weg Ruppi! Bleib dran!


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