„2010er-Saisons-Vorbereitung XXL: Mit über 7 Stunden Training pro Tag …“ – Teil 2 von 3

zu Platz 28 für Jürgen Reis bei Int. Serre Chevalier Lead Event (Internationales Open) in Briançon (FRA) als sehr erfolgreicher „Formcheck“!
Redaktion: Eva Pinkelnig

Das wichtigste vorab für alle „Neueinsteiger“ oder „soeben-aus-dem-verdienten-Urlaub-Heimkehrer“: Wer den Auftakt dieser Serie, welche letzte Woche startete, versäumt hat … no problem… Hier geht’s direkt zu Teil 1.

Doch damit nächste Woche auch fix der abschließende dritte Part direkt aus unserer Redaktion in Ihr E-Mail-Postfach flattert … zusammen mit einem weiteren, heißen Podcasttipp … Sie wissen es: Gratis Newsletter am besten noch heute abonnieren!

In dieser dreiteiligen Serie werden wir nicht nur über Jürgens in unseren Augen sehr erfolgreiches Abschneiden beim „Mitt-Sommer-Event“ der weltbesten Freeclimber in Südfrankreich berichten. Auch sein neues Training, aktuelle Videos, Hintergrundinfos zu neuen Trainings-, Ernährungs-, Supplementierungs- und Mentalpoweransätzen und sogar erste konkrete Ansagen zu evtl. im 2011 folgenden Neuprojekten sind „Part of the Game“ :-). … Doch auf geht’s: Jürgen stand mir persönlich an einem „Fastruhetag“ Frage und Antwort!

Eure Eva Pinkelnig


Mit über 7 Stunden Training pro Tag zu mehr Maximalkraft … oder … die sportwissenschaftliche Kreisquadratur!?

Eva Pinkelnig: Boulder, Ausdauer … fast acht Stunden Training pro A-Tag … davon war ja bereits in deiner zweiten Antwort nun so einiges drin. Was hat es mit diesen extremen Trainingsumfängen von Gerhard Salchegger auf sich? Ich selbst war schließlich auch in der K1 Dornbirn mehrfach dabei, und du meintest immer: „bring genug Zeit mit“, aber gerade beim Intervalltraining bist du deutlich submaximaler geklettert als in den letzten Jahren. Aufgrund der teilweise extrem kurzen Satzpausen unter zwei Minuten irgendwie logisch. Dein generelles Problem war doch immer die Maximalkraft, welche ja bekanntlich mit harten, kurzen, voll regenerierten Einheiten und relativ langen Pausen zwischen den Belastungen am besten forciert wird, oder irre ich mich da…?
Jürgen Reis: Das stimmt und das ist es, was mich auch bei Beginn dieses neuen Aufbautrainingsplanes im April ein wenig verwunderte. Gerhard fragte in den ersten Wochen nur immer nach „Einbrüchen der Maximal- bzw. der im Wettkampf entscheidenden On-Sight-Leistung“, was ich verneinte. Und das war für ihn genug, er ließ mich weiter trainieren. Doch ich stellte im Lauf der Wochen und Monate fest, was er vermutlich – ich bin ja nicht sein erster Coachie – von vornherein gewusst hatte: Ich wurde indirekt sogar in meiner Schwäche im Verlauf der Monate stärker, trotz der immer recht hohen Umfänge und trotz der oft vorermüdeten Workouts. Die Kraftausdauer profitierte natürlich ohnehin primär. Das Beste: Natürlich ist Dr. Cand. Julius Benkö nach wie vor im Hintergrund tätig. Seine Philosophie ist eher qualitätstrainingsbasierend, wie du weißt. Doch wir nahmen gemeinsam einige „Julius-Feinschliffe“ vor, und das Training, dass dabei rauskam, war zwar – wie du natürlich auch selbst mitkletternd erfahren hast – so umfangreich wie noch nie, doch … bei fast 8 Stunden bleibt auch genug Trainingszeit für die Weiterentwicklung meiner Maximal- und Explosivkraft! So wurde auch meine Frühmorgeneinheit im Landessportzentrum Vorarlberg am Campusboard bzw. am dort neu installierten „Tripple-Griffboard“ oder bei mir in der Wohnung am Systemboard z.B. nicht nur zeitlich ausgedehnt, sondern auch was die Qualität angeht mit neuen Methoden und Trainingshilfsmitteln wie einer speziellen Gewichtsweste & Co. wesentlich verschärft.

Eva Pinkelnig: Apropos Verschärfung mit Gewichtsweste & Co ... irgendwo im Hinterkopf weiß ich von einem geplanten Trainingsvideo von dir ... hat das schon konkrete Formen angenommen ...
Jürgen Reis: Ja, allerdings :-) Diese Videos, welche von Dominik Feischl bei Trainingslagern in Dornbirn gefilmt wurden, zeigen Teile eines A-Trainingstages:







Eva Pinkelnig: Ich weiß, dass du nach wie vor zu den „Extrem-Morningbirds“ zählst. Für mich persönlich waren die K1-Einheiten (auch diese oft mit Gewichtsweste) früh genug und vor allem für sich schon richtig hart und mehr als lang genug :-). Doch was steht nun als eigentlicher „Peak“ bzw. Saisonhöhepunkt im Jahr 2010 an, Jürgen?
Jürgen Reis: Das ist leicht zu beantworten: Ich will nach einem würdigen Auftritt bei Helmut Knabl beim Ö-Cup in Imst Anfang September meine „Fahrkarte“ fürs Baldwiederkommen zur Europameisterschaft im Tirol (ebenfalls in Imst!) ergattern. Österreich ist halt inzwischen eine der Topnationen im Weltranking. 2009 war Rot-Weiß-Rot sogar DIE Nr. 1-Nation in der Teamwertung der IFSC. Das ist nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren. Inzwischen ist der Level um überhaupt im Weltcupkader starten zu dürfen wesentlich gestiegen. Doch ich werde fighten und wie gesagt, dann steht zuerst die EM und der anschließende lange Weltcupherbst (laufend Bewerbe bis November!) mit zahlreichen Wettkämpfen in Belgien, Slowenien und evtl. sogar China vor der Tür.

Eva Pinkelnig: In wie fern war nun Body Attack an diesem wohl recht zufriedenstellenden Comeback beteiligt? Damals im Frühjahr 2007, ich erinnere mich … kann das sein, Jürgen …!?
Jürgen Reis: Klar, du als „Insiderin“ kannst dich noch gut daran erinnern. Vor drei Jahren ermöglichte mir Jan Budde (Geschäftsführer Body Attack) wohl überhaupt erst den Start. Mein Problem mit der zeitweiligen Milcheiweißunverträglichkeit beschrieb ich auch in diesem Bericht.Die absolut „Milch-Eiweiß-freien“ Proteinprodukte bzw. z.B. das Extreme Whey Deluxe, das mit dem eiweißspaltenden Enzym Laktase angereichert ist, waren damals wirklich meine Rettung und führten in weiterer Folge zum ersten von mittlerweile zwei Zweijahreshauptsponsoringverträgen und zum Halbfinale bei den Weltmeisterschaften 2007 in Spanien. 2010 war ich zwar kein „Notfall“ mehr für Jan Budde. Dennoch coachte er mich sogar am Telefon, schickte mir laufend neue Testprodukte und unterstützte so meine 7+/-Trainingsstunden mit allem, was außer unseren heiß geliebten Bio-Dinkelcroissants noch erforderlich war :-). Im Ernst, Kohlenhydrate waren dank Bio-Bäck Viktor Bischof meist auch abends „supplementefrei im Trockenen“. Ich benötigte übrigens noch niemals so viele davon bzw. so viele kohlenhydratedominierte Kämpfer-Dinner. Wohl auch wegen den extremen Trainingsumfängen hatte jedoch mein Körper bei den Kämpfer-Snacks untertags entsprechend „Nachholbedarf“. Carb Control Riegel, Proteine unterschiedlichster Form und Geschmacksrichtungen, Cell Reloader, Cre-Alkalyn und zahlreiche „Specials“ und sogar einige erfolgreiche „Testpilot-Jürgen-Produkten“ im Aminosäurenbereich denke ich, wären wohl für jeden, der solche Vorbereitungswochen durchzieht, ein MUST HAVE.

Eva Pinkelnig: Body Attack – ein verlässlicher Partner nicht nur ernährungstechnisch ... oder?!
Jürgen Reis: Allerdings! Dank Jan Budde kam ich z.B. auch an XXL-Interviews für Power-Quest.cc mit dem 3 fachen Mr. Universe Thilo Pasch (GOLD Podcasts Nr. 68, 100 & 203 sowie PLATIN-Podcast Nr. 251) und Bodybuilding Weltmeisterin Katrin Güth (GOLD Podcasts Nr. 113 & 204 sowie PLATIN Podcast Nr. 251), die ansonsten keine Interviews geben ... das waren ganz klar Body Attack Connections :-) Podcastinterviews waren an den wenigen Restdays, neben den Coachings von Gerhard S., Marty Gallagher & Co und den eigenen Coachies (die an diesen Tagen zum Zug kamen), ohnehin mein MENTALTRAINING :-)

Eva Pinkelnig: Wo wir gerade bei Thilo & Katrin waren ... K.I.S.S. – Keep it simple and Stupid – war ein Grundsatz von ihnen, den auch du übernommen hast ... gilt das immer noch?!
Jürgen Reis: Mehr denn je! Seit April wurden 90% der Kämpfer-Dinner nach diesem Motto zubereitet – auch mangels an Zeit ... zumindest zum Kochen – sehr wohl für die eine oder andere harte Stunde mehr an Training, wie soeben berichtet :-) … doch zurück zu deiner Frage: Oft war es sogar dasselbe Kämpfer-Dinner: Das (von Patrick Kircher übrigens in Podcast Nr. 174 empfohlene und von Chef Viktor Bischof selbst für mich favorisierte) Bio-Dinkel-Hildegard-Fastenbrot mit Whey Deluxe Protein oder Protein 90 – K.I.S.S. pur.

Eva Pinkelnig: Also seit April immer das Gleiche Kämpfer-Dinner?!
Jürgen Reis: Jaaaaa :-) Ich esse immer noch, um zu leben, und nicht umgekehrt! „On-The-Road“ (also für Trainingslager oder Wettkämpfe) gab es natürlich Ausnahmen. Wer mehr darüber erfahren möchte – DO it by the BOOK!

Eva Pinkelnig: Erlaubst du mir bitte noch eine „Off-Topic-Frage“, Jürgen? Ich kann mich noch gut an ein super Fotoshooting 2007 direkt nach dem Tag deiner Heimreise aus Serre Chevalier im Magic Fit erinnern. Es entstanden einige Fotos, welche auch in deinen Büchern (v.a. Power-Quest), abgedruckt wurden. Dein Körperfettanteil war damals, dank der Peak-Form, extrem niedrig angesiedelt. Dass du den Sommer 2010 zum „Peak-Time 2-Sommer“ gemacht hast, war ja kürzlich in einer Podcastsendung (Podcast 247 mit Peak-Athlet Sven Albinus) zu hören. Auch etwas bzgl. Trainingsplänen, welche in dieses neue Buchprojekt einfließen dürfen. Nun … aufgrund deiner Antworten in diesem Interview – vielleicht doch nicht „sooo Off-Topic“ :-) … Was ist mit neuen Trainings- und Ernährungsplänen, deiner eigenen Körperzusammensetzung, Fotos, etc. … Peak-Time 2-Sommer 2010 Jürgen?
Jürgen Reis: Uiii, das wird spannend, Eva. Doch soweit ich mich erinnere … hat dieser Bericht nicht drei Teile!?

Eva Pinkelnig: Recht hast du Jürgen – das wird unser gemeinsames „Finale Grande“ dieser kleinen „2010er-Saisonstart-Trilogie“! Bis nächste Woche und vielen Dank für deine Zeit!
Jürgen Reis: Danke Eva und bis bald beim gemeinsamen Training!

ENDE Teil 2 – Im Abschlussbericht dieses dreiteiligen Artikels wird Jürgen exklusiv über seine unter 4% Körperfettanteil als „Nebenprodukt“ einer „Vor-Peak-Phase“ sowie über erste Facts und Details, welche seine weiteren, für 2011 anvisierten Projekte betreffend berichten. Wie Sie am einfachsten und quasi „vollautomatisch“ an diesen Bericht kommen? Bequemer als via kostenlosem Newsletter-Abo geht’s wohl nicht mehr :-)! Viel Spaß und bis nächste Woche!

Ein aktueller Pressebericht der „Vorarlberger Nachrichten“, einer der größten Österreichischen Tageszeitungen, finden Sie im PDF-Format in unserem Pressearchiv.

Teil 1 dieses Newsberichts finden Sie hier.

Einen Erfolgsbericht zu Jürgens Top-10 abschneiden beim Serre Chevalier Masters 2007 findet Ihr übrigens unter folgendem Direktlink.

Weitere Berichte zu den Kletterwettbewerben in Serre Chevalier, welche Jürgen Reis bestreiten durfte, finden Sie unter folgenden Direktlinks:

zurück

DruckenDiese Seite drucken