Der Weg von Peak-Athlet Simon Maier geht weiter – Teil 2 von 2

Mit „Low-Budget“ Ernährungs- und Supplementierungsstrategien über 20 kg fettfreie Muskelmasse aufgepackt
Redaktion: Leon Schmahl und Eva Pinkelnig

In Teil 1 dieser kleinen Interview-Serie berichtete Simon wohin sein Weg die letzten Monate führte, was er alles erleben durfte, warum er sich entschieden hat Ehemann zu werden und wie sein Training bzw. seine Wettkampfvorbereitungen aussahen.

Im zweiten Teil geht es nun um die erfolgversprechenden „Low-Budget Ernährungs- und Supplementierungsstrategien“ des Peak-Athlet Simon Maier. Seien Sie gespannt, denn auch wir durften einige handfeste Überraschungen erleben :-)

T.E.S.W. Lifestyle und los geht´s ...

Trotz, oder gerade wegen seines „Low-Studenten-Budgets“, liegt die Konzentration des jungen, angehenden Pädagogen auf dem Wesentlichen. Er widmet sich unbeeindruckt von Wunderversprechungen, ohne ständige Veränderungen ganz einfach seinem Train.Eat.Sleep.Work.-Lifestyle. Diese Lebensweise schafft Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens und so steht einer weiteren Leistungssteigerung nichts mehr im Wege. Dass er damit nicht nur weiterhin stärker werden konnte, sondern auch zusammen mit seiner First Lady Jenny in einigen weiteren Lebensbereichen wachsen konnte, bewies uns Simon bereits: Der Weg ging (und geht) somit nicht nur sehr handlungsorientiert, sondern auch mit den nötigen 110% an Zeit, Liebe und Einsatz Weiterhin steil bergauf.
Ja, gut Ding will Weile haben, aber jetzt können wir Ihnen endlich den zweiten Teil unseres Interviewberichts mit Peak-Athlet Simon Maier präsentieren. Seien Sie gespannt, wie Simon via Kämpfer-Diät und Low-Budget-Supplementierung Muskeln aufbauen und gleichzeitig seinen ersten Wettkampf bestreiten konnte. Wie seine Erfolgs-Strategien konkret aussehen?! Lesen Sie selbst :-)


Hello again :-) Simon, in Teil 1 unseres Interviewberichts bekamen wir bereits einige Einblicke in deinen aktuellen Trainingsplan. Wie schaut denn aber nun das Thema Ernährung bei dir aus? Welchen Stellenwert hat „Essen“ für dich? Wie stehst du zu Aussagen, dass Ernährung zusammen mit einer guten, bzw. oftmals fast schon „Wunder-Supplementierung“, einfach DER entscheidende Schlüssel zum erfolgreichen Masse- und Kraftaufbau sei?
Ernährung wie auch Supplementierung spielen gerade im Kraftsport, und speziell wenn es um das Thema Masse- und Kraftaufbau geht, auf jeden Fall eine entscheidende Rolle. Schließlich fährt auch das beste Auto nicht, wenn nicht genügend Benzin im Tank ist. Genauso kann auch der menschliche Körper nur mit ausreichend Energie und Aufbaumaterial intensiv arbeiten, bzw. nach dem Training rasch regenerieren.
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass sowohl Ernährung als auch Supplementierung auf jeden Fall wichtige Bausteine im Kraftsport sein können. Doch das Training ist und bleibt der wichtigste Faktor.
In meinen Augen ist es ein großes Problem, dass heutzutage der Ernährung oft ein viel zu hoher Stellenwert eingeräumt wird. Dadurch kommt es zu einer suboptimalen Gewichtung der Prioritäten. Die Ernährung scheint oft fälschlicherweise wichtiger zu sein als das Training. Zahlreiche Magazine, Artikel & Co, angefangen von „XXL-Super-Size-Me-Aufbau Ernährungsplänen“ bis hin zur „Mega-Overloading-Supplementierungen“, zeigen dies.
Aber klar, der Ehrgeiz vieler, und sicherlich nicht zuletzt auch von mir selbst, war und ist groß. Irgendwann einmal will einfach jeder nicht nur noch im Training weiter optimieren, sondern auch bei den zusätzlichen Faktoren für das Beste sorgen, um so auch ein Optimum an Aufbaupotential erreichen zu können.
Oftmals dominiert jedoch, dass ziemlich naive Prinzip: „Mehr ist automatisch auch immer besser.“ Doch dass Qualität im Training oder in der Ernährung bzw. Supplementierung mit Quantität ersetzt werden können, ist ein Trugschluss.
Dennoch stockte auch ich in der Vergangenheit bei meiner Suche nach „DER perfekten Ernährung und Supplementierung“ weiterhin auf, anstatt auf echte Qualität zu achten ... die Folgen davon? Ehrlich gesagt, immer zuerst die Zunahme von Körperfett, Verschlechterung meiner Laune und nicht selten auch weniger Training ... also KEINE besseren Ergebnisse!
Der menschliche Körper ist keine Maschine, in die einfach ein paar Wunder-Pillen „eingeworfen“ werden kann und dann läuft sie plötzlich doppelt so schnell. Doch nachdem ich aus diesen Erfahrungen gelernt habe und an einem Kapitel von Jürgens neuem Buch Power-Quest 2, nämlich dem NICHT-Supplemente-Kapitel, mitschreiben durfte, kann ich behaupten, dieses Thema richtig zu handhaben.


Ja, davon haben wir bereits im Newsletter gelesen, aber was heißt das nun konkret? Gibt es in deinen Augen Supplemente, die auch echte, spürbare, positive Wirkungen haben oder betrachtest du das Thema Supplemente nun für abgehackt und überflüssig?
Nein ... absolut nicht. Supplemente haben ihren festen Platz bei mir, den sie durchaus auch verdienen. Aber meine Einstellung dazu hat sich doch verändert. Wenn ich daran zurückdenke, was ich alles schon probiert habe ... angefangen von Makka, Glutamin, Aminotabs ... bei meinem jetzigen Wissensstand kann ich da ziemlich über meinen eigenen Übereifer schmunzeln ... :-)
Eine meiner Einsichten ist: Niemals gegen, sondern immer mit meinem Körper zusammen zu arbeiten! Fleißige Podcasthörer wissen auch, von wem ich diesen Leitspruch übernommen habe ... richtig ...

127: Niels Karwen: Peak-Athlet auf ganzheitlichem Lebensweg
2,5 kg purer Muskelaufbau in 3 Monaten gelangen dem Co-Autor im „Peak Power-Winter 2005/06“. Was HIT und Yoga gemeinsam haben und wie durch lebensgerechte, kreative Erfolgswege sogar der Gang übers Wasser gelingt …? Der starke Mann aus Kiel im exklusiven Interview!

Ein erfahrener Athlet spürt also schnell, wenn er sich etwas Gutes, oder eben etwas weniger Gutes tut. Unsere moderne Gesellschaft hat durch viele Veränderungen, wie beispielsweise der massiven Werbung, diesen natürlichen „Instinkt“ der Menschen verändert bzw. unterdrückt. Damit meine ich nicht unbedingt die Verbindung zu Gott oder der Natur, sondern vor allem diese eine, wichtigste Verbindung, die wir Menschen haben sollten: Die zu uns selbst.
Meiner Meinung nach sollte das Training einen einfach auf mehreren Ebenen fordern ... denn das eigene Ehrgeizfeuer braucht immer wieder neuen Nachschub in Form von herausfordernden Trainingszielen. Dennoch ist Training in seiner Urform Meditation für Geist und Körper.
Um jetzt nicht zu weit abzuschweifen: Manche Supplemente und Lebensmittel haben ihren festen Stellenwert bei mir und erfüllen ihre Aufgabe. Dass davon aber ein Großteil des Muskel-Aufbauerfolgs abhängt ist in meinen Augen nicht richtig. Ich denke, dass die Prioritätenreihenfolge T(rain).E(at).S(eep).W(ork) nicht nur sinnvoll, sondern unabdingbar ist und genau darum finden Sie darüber auch ein eigenes Kapitel in Jürgens neuem Buch Power-Quest 2.
Doch wie bereits erwähnt: Der nicht selten selbst verursachte Druck, bzw. Ehrgeiz kann manchmal dermaßen hoch sein, dass es kein Wunder ist, wenn bei den Versprechungen dieser Wunderaufbaupläne und Mittelchen, in Inseraten und bezahlten PR-Einschaltungen der einschlägig bekannten Magazine die Neugier geweckt wird und der Athlet dies alles selbst ausprobieren möchte. Ein MUST-HAVE-HEARD zu diesem Thema auf Power-Quest.cc ist „die Sendung mit dem Pieps“ ... Supplemente-Insider Kurt Taurer nimmt in Podcast Nr. 151 kein Blatt vor den Mund und macht reinen Tisch :-) Viel Spaß beim Anhören!


Das stimmt leider wirklich und dies ist für viele Sportler heute sicherlich auch ein heiß diskutiertes Thema. Das Supplementeangebot ist unüberschaubar und was funktioniert, bzw. nicht funktioniert ist oft nur ein in den Sternen stehendes Rätsel ...
Ja ... mittlerweile kann sich jeder einfach alles kaufen! Angefangen von faszinierenden Erfolgsversprechungen wie: „In nur 6 Wochen über 6 kg Muskelmasse mit Supplement XYZ aufgebaut“, über in allen möglichen Farben schimmernden Supplementen bis hin zu Ernährungsplänen, bei denen es einem nur beim Ansehen schon schlecht wird. Jedoch boomt das Geschäft, da viele Sportler einfach blauäugig alles glauben. So läuft allerdings gerade der„Kraftsport-Neuling“ Gefahr, an falsche Quellen zu geraten. Da bin ich echt froh, dass mir Jürgen als Personal-Coach zur Seite steht, denn an seinen eigenen Erfolgen kann ich sehen, dass seine Strategien funktionieren.


Wäre es denn aus deiner Sicht möglich, derartige Aufbauergebnisse erzielen zu können: 6 kg Muskelmasse in 6 Wochen Aufbauzeit?
Logisch ist es möglich in 6 Wochen einiges zu erreichen, aber 6 kg reine Muskelmasse – das erscheint mir als Natural-Athlet eher utopisch.
Bei mir hat so etwas bisher ehrlich gesagt auch noch nie funktioniert. Als ich (in meiner „übereifrigen Zeit“) versucht habe, schnell an Masse zu gewinnen, habe ich diesen Trainingsplan immer nach kürzester Zeit wieder abgebrochen. Grund dafür war, dass ich mich durch den zwangsläufigen Zuwachs an Körperfett einfach nicht mehr athletisch und fit fühlte. Zudem „wanderten“ auch meine Stimmungslagen und mein Energiepegel in den Keller. Die große Frage dabei ist also immer: Was genau wird aufgebaut?!
Sicherlich ist es möglich z.B. in 6 Wochen auch 6 kg zuzulegen. Bestimmt geht sogar auch noch einiges mehr. Die Frage dabei ist aber immer, welche Form von Masse aufgebaut wird.
6 kg „Muskelmasse“, bestehend aus Körperfett und Wasser aufzubauen, dürfte für die wenigsten ein Problem darstellen. 6 kg zusätzliche REINE „Qualitäts-Muskel-Masse“ ist da schon etwas ganz anderes. Auch ist so eine rasche Gewichtszunahme sicherlich nicht gesund. Ich möchte nachhaltig qualitativ, also in Form von reiner Muskelmasse aufbauen und zum Glück darf ich seit fast 4 Jahren, dank Jürgen, andere, viel effektivere Wege kennenlernen, als es die Massenmedien verbreiten.

4 Jahre erfolgreich mit der Kämpfer-Diät

Du ernährst dich, wie Jürgen Reis selbst, nach den Regeln der Kämpfer-Diät. Wie kam es dazu und was sind deine bisherigen Erfahrungen damit? Kannst du uns bitte auch Gründe nennen, warum du diese Form der Ernährung immer noch praktizierst?
Konkret ist die Kämpfer-Diät, wie schon erwähnt, nun seit fast vier Jahren mein Begleiter. Die Gründe dafür sind neben meinem Anspruch von Qualitätsaufbau, vor allem auch das stark verbesserte Körpergefühl und das wiederhergestellte, eigene Gefühl für meine echten Bedürfnisse. Früher habe ich mir oft viele Gedanken über das Essen gemacht und wusste nie sicher, welche Nahrungsmittel ich in welchen Mengen verzehren sollte. Heute habe ich mein festes System mit klaren Rahmenbedingungen und kann jedem wärmstens empfehlen, einmal einen Kämpfer-Test-Tag (oder am besten gleich eine Kämpfer-Test-Woche) zu probieren. Das echte Hungergefühl am Abend (nicht Heißhunger!) nach einem durchgefighteten Tag mit „nur“ ein paar Kämpfer-Snacks ist einfach Hammer. Jürgen beschrieb diese Ernährungsform ja bereits in seinem 2. Buch Peak Power ... doch testen Sie es am besten selbst :-)

Hinzu kommen all die positiven „Nebeneffekte“ der Kämpfer-Diät (hohe Fettverbrennung mit Entschlackungs- und Anti-Aging-Effekten) sowie der unsagbare „Drive“ ... dieses Gefühl des „hungrigen Wolfs“, wie es Jürgen so gerne nennt, dass mir durch den Tag enorme Energie gibt.
Tagsüber bin ich so stets auf einem hohen Energielevel und kann so immer wieder im Training, aber auch in anderen Lebensbereichen Vollgas geben.
Eines der Schlüsselelemente für mich war auch eine Aussage von Jürgen: „Wenn dein Geist stark ist, ist auch dein Körper stark“. Mit diesem Satz, gepaart mit der nötigen Zeit, Liebe und Passion denke ich tagsüber gar nicht ans „Futtern“ und bin abends dann stolz, all die wichtigen und wesentlichen Dinge des Tages erfolgreich abgehakt zu haben. Also ... in den Worten von Clarence
Bass: „Never change a running-system!“ :-)


Da ist sicherlich einiges dran Simon! Wie sieht deine Ernährung tagsüber bzw. abends beim Kämpfer-Dinner denn nun konkret aus? Kochst du selbst und bereitest dir auch deine Snacks selbst zu? Könntest du uns evtl. einfach einmal einen aktuellen Beispielstag vorführen?
Ja, ich kann euch gerne ein paar Details aufzählen, aber im Grunde genommen werden alle Entscheidungen bzgl. meiner Ernährung und oft auch im Training, abgesehen von den standardisierten Basics, immer nach Körpergefühl getroffen.
Ich kenne meinen Körper mittlerweile um vieles besser als vor einigen Jahren und versuche einfach, auf dessen natürliche Bedürfnisse einzugehen. Ich versuche, alles so natural wie möglich zu halten: Wenn ich Hunger habe, dann esse ich einen kleinen Snack ... wenn ich müde bin, dann lege ich mich zu einem kleinen Nickerchen hin ... wenn es Zeit ist für das nächste Training und das „knurren“ des hungrigen Wolfs hörbar wird, packe ich mir meine Trainingssachen und gebe Vollgas!
Ich halte somit alles relativ simple und flexibel. Ich habe meinen festen Grundrahmen bestehend aus den Regeln der Kämpfer-Diät. Tagsüber gibt es maximal 200 bzw. 300 kcal im After-Workout-Snack. Abends gönne ich mir dann mein großes Kämpfer-Dinner. Auch mein fester Trainingsplan lässt nach Gefühl immer wieder Freiraum für Spontaneität. Somit kann ich immer intuitiv agieren bzw. reagieren. Ich bin auch einfach kein Freund von starren Regeln und Plänen, die mich letzten Endes nur behindern würden. Automatisch kommt es natürlich zu gewissen Regelmäßigkeiten wie z.B. die kleinen „Zeitungswalks“ zum Aufwärmen bei den Trainingseinheiten mit Matthias (Anm. d. Red.: Simons langjähriger Trainingspartner und Freund) oder anderen Ritualen. Diese gehören dazu, aber dennoch liebe ich es, ab und an einfach auch ganz spontan meine Klimmzugstange oder Kettlebell zu attackieren – natürlich inklusive Warm-Up and Cool-Down :-)
Ernährung sollte in meinen Augen, wie auch das Training, kein komplett durchstrukturiertes „Kalkül“ sein. Es zeigt sich, dass ein „running-system“ immer wieder Vorteile hat, aber ich mag es, mein Leben als Abenteuer zu betrachten. Dadurch wird es oft auch zu einer Herausforderung, meine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und Fortschritte verzeichnen zu können.

Hier ein Standardtag aus meinem momentanen „Studenten-Alltags-Leben“:
06.45 Uhr Weckerklingeln → Aufstehen, Kaffee + Rhodiola, dann los zur Uni
09.25 Uhr 1. Pause, (bei Bedarf) erster Kämpfer-Snack, sprich kl. Cappuccino oder Frischkäsebrot
11.20 Uhr 2. Pause: (eigentlich fast immer): Kämpfer-Snack: Obst/Quark-Mix oder Frischkäsebrot
11.30 Uhr 1. T R A I N I N G S E I N H E I T: INTENSITÄT!!! → Grundübungen + niedrige Wiederholungszahl und mit schweren Gewichten
12.30 Uhr After Workout Snack: Joghurt, Magerquark, Banane mit Creatin + Supermin. u. Vit.C
12.35 Uhr Uni (Nachmittagsvorlesungen und Übungen)
15.30 Uhr Heimfahrt, evtl. nochmals kl. Kämpfer-Snack mit Kaffe
16.00 Uhr Je nach Trainingstag, Körpergefühl und Zeit: 2. T R A I N I N G S E I N H E I T: eher höheres Volumen mit hohen Wiederholungszahlen und leichteren Gewichten + zusätzlich vermehrt Nebenübungen (Anm. d. Red.: Simon verwendet übrigens ein von Jürgen Reis im Personal Coaching adaptiertes System der Kämpfer-X-Split-Trainingslehre, die auch in Power-Quest 2 beschrieben ist)
17.30 Uhr nochmals After Workout Snack (siehe oben) meistens aber direkt um
18.00 Uhr ab zum KÄMPFER-DINNER; danach Lernen, Privates, Ausspannen, Relaxen, Zeit mit meinem Schatz verbringen, ...
23.00 Uhr Licht aus, gn8 Simon

Ich persönlich nehme es mit der Ernährung „nicht zu streng“ ... esse aber dennoch so gut wie immer nach den Regeln der Kämpfer-Diät und oft mein Lieblingsmenü in abgewandelten Variationen. Ich habe dadurch das Gefühl, dass ich gerade was den Punkt „(Selbst-)Disziplin“ anbelangt, zusätzliche Energie und einen härteren Kämpfer-Willen („Until you succeed!“) an den Tag legen kann, wenn ich die Ernährung unkompliziert halte. Deswegen bereite ich mir z.B. meine Kämpfer-Snacks für den Folgetag zusammen mit dem Kämpfer-Dinner am Abend vor. Meine Kämpfer-Snacks bestehen tagsüber hauptsächlich aus Frischkäsebroten, Quark- oder Jogurt-Quark-Obst-Mixes. Abends beim Kämpfer-Dinner koche ich immer gerne, wenn Zeit ist, mit oder für meinen Schatz Fleischgerichte inkl. Nudeln, Kartoffel oder Reis und ordentlich Gemüse als Beilage.
Meine meisten Kämpfer-Dinner sind jedoch genau wie meine Snacks tagsüber eher schlicht und einfach gestaltet. Ich esse was die Nährstoffverteilung angeht um die 60% Kohlenhydrate, 20% Protein und 20% Fett.
Essen sollte einfach etwas Genussvolles für mich bleiben und niemals zusätzlicher Stress durch „Ernährungsperfektionismus“ aufkommen. Ich nutze lieber die Zeit und Energie für meinen Schatz, mein Training, mein Studium und meine anderen Projekte. Mir gefällt es tagsüber beinahe zu Fasten und nach dem Training dann richtig zu Essen. Ich komme damit einfach sehr gut zurecht und kann dank dem „hungrigem Wolf“ auch meine „Beute“ abends in Form von erreichten Zielen und Ergebnissen mit nach Hause bringen!
Klar gibt es auch bei mir ab und an eine Ausnahme und ein Stück Pizza mit Freunden. Das darf nicht nur, nein, das soll auch bewusst immer wieder so sein. Solche Dinge „gönne“ ich mir aber nur ab und an und achte scharf darauf, dass dies nicht zur Gewohnheit wird.


Klingt Interessant und einfach umsetzbar! Simon, über dein Training während der Wettkampfvorbereitung hast du bereits in Teil 1 dieses Interviews gesprochen ... doch wie sah deine Ernährung in dieser Zeit aus? Gab es hier kleine Änderungen, bedingt durch den Fokus auf „reines Stärker werden“?
Nein, auch während dieser Zeit ernährte ich mich streng nach den Vorgaben und da mein Körper darauf eingestellt ist, wollte ich nicht riskieren, unnötige Unruhe ins Konzept zu bringen. Meine Meinung ist, dass ein System, wenn es funktioniert, beibehalten werden sollte. Zu viel Hin und Her brachte mir in der Vergangenheit unterm Strich nur Stress. So verwende ich meine Zeit und Lebensenergie heute lieber für wichtigere Dinge als für „Ernährungsfeilschereien“.
Die einzige kleine Änderung war, dass ich die Tage vor dem Wettkampf meine Kalorien abends beim Kämpfer-Dinner etwas höher ansetzte als sonst. Denn am „Tag X“ wollte ich natürlich nicht ausgebrannt und müde mit irgendwelchen „Problemchen“ da stehen.


Kurz zurück zum ersten Teil dieses Berichts ... wie gestaltest du deine Supplementierung denn nun genau? Als Student bist du, wie wir wissen, auf sparsame Effektivität und Einfachheit angewiesen, aber was sind deine Basissupplemente die du weiter empfehlen könntest?
Wie gesagt, den „schnellen, bequemen Weg“ via Magic-Bullets, gibt es meiner Meinung nach weder an der Lebenserfolgs-, der Trainings- oder der Supplementefront. Durch meine bisherigen Erfahrungen konnte ich manche Dinge entdecken, die ich als Supplemente nicht mehr missen möchte. Meine Nahrungsergänzungsschublade leerte sich mit den Wochen immer mehr, da viele hoch angepriesene Produkte, die ich austestete, einfach nicht funktionierten. Was heute noch übrig ist und was ich auch jedem Einsteiger als Basis empfehlen würde ist:
1. Ein gutes Multivitaminpräparat, das vor allem den Vitamin C Bedarf deckt und zusammen mit einem guten Mineralstoffpräparat für die Aufrechterhaltung eines gesunden Immunsystems sorgen kann.
2. Creatin mit einem guten Proteinpulver und evtl. auch ein paar Aminotabs für unterwegs. Creatin hat sich bei mir immer wieder als hilfreich, vor allem bei der Kraftsteigerung erwiesen und obwohl ich hauptsächlich natürliche Nahrungsmittel als Proteinquellen bevorzuge und verwende, können ein gutes Proteinpulver zusammen mit einigen Aminotabs für unterwegs sehr praktisch sein.
3. Schwarzer Kaffe als bester und wahrscheinlich auch günstigster Pre-Workout-Drink. Zur Abwechslung an Ruhetagen verwende ich oft Tees wie Lapachoo-, Roibosch- und Schwarztee, die auch eine leicht anregende Wirkung haben und optimal für die Fettverbrennung und Entschlackung sind.
4. Abends Magnesium mit Zink und Vitamin B-Komplex, was einen nicht nur schnell einschlafen lässt, sondern auch die Regeneration durch die verstärkte Wachstumshormonausschüttung stark verbessert.
5. Ansonsten verwende ich noch ab und an vor schweren Maximalkrafttrainingseinheiten Calcium mit D3-Vitaminen, dazu aber mehr und genaueres im neuen Buch Power-Quest 2 (NICHT-Supplemente-Kapitel). Schließlich möchte ich ja noch nicht zu viel verraten :-) Ein Hörtipp an dieser Stell darf allerdings sein: Power-Quest.cc-Podcast Nr. 229 – GO FOR IT.

Das war es dann aber auch schon. Mehr ist meiner Meinung nach, speziell am Anfang nicht nötig. Auf der jürgenreis.com finden Sie übrigens im Shop Nr. 1 qualitativ hochwertige und relativ preiswerte Supplemente wie Supermineral, Vitamin C, Creatin,... GO FOR IT!
Ich selbst lege mein Augenmerk aber lieber auf mein Vorankommen im Training, als auf übertrieben saubere Ernährung und Supplementierung. Das hat und wird immer mehr Erfolg und Stolz mit sich bringen als die besten Pillen der Welt.

Via Mentalwand und Erfolgsjournal in den nächsten Level ...

Wie wir in vergangenen Podcasts und Berichten immer wieder erfahren durften, beschäftigst du dich aber nicht nur mit dem Training, sondern auch sehr intensiv mit der „mentalen Seite“ des Sportes. Ist das immer noch so? Sind Mentalwand und Erfolgsjournal immer noch deine „treuen Begleiter“?
Genau, das sind sie noch ... ganz sicher und werden es auch noch lange bleiben :-) Ich interessiere mich nach wie vor sehr für diese „Seite“ des Sports, speziell auch für die Techniken des NLP (Neuro-Linguistisches-Programmieren). Ich finde es klasse wenn Menschen eine regelrecht ansteckende, positive Einstellung zum Leben haben. Kombiniert ein Kämpfer nun diese bestimmte Einstellung mit klaren Plänen erreicht er immer die Ergebnisse im Sport, im Alltag, aber auch generell in anderen Lebenssituationen, die er sich erhofft. Ich weiß, dass es viele Menschen lockerer sehen, aber ohne klares Ziel, einen triftigen Grund dafür und einen konkreten Plan für sein Vorgehen, hat noch nie jemand etwas großes in seinem Leben bewirkt. Darum widme ich auch dem mentalen Bereich seinen nötigen Anteil. Dass ich mich damit wohl etwas vermehrt als andere Peak-Athleten auseinander gesetzt habe mag wohl sein, aber so hat wohl jeder seine Interessen, Neigungen und Fachgebiete. Wenn die Ergebnisse im Training, im Alltag und generell im Leben stimmen, dann ist das meiner Meinung nach auch durchaus legitim.


Dass sich durch Erfolgsjournal und Mentalwand einiges positiv verändern lässt, haben wir schon oft gehört/gelesen ... aber gibt es ein paar andere Dinge, die du lernen konntest, bzw. die dich begeistert haben und die du nun den Lesern vorstellen könntest?
Jaaaaa... die gibt es! Für manche Athleten ist das Erstellen einer Mentalwand mit einem klaren Ziel-Definitions-Plan und motivierenden Fotos, Artikeln und Sprüchen sicherlich genau so wie das einfache Führen eines Erfolgsjournals mit den täglichen 5 bedeutendsten Ergebnissen und erreichten Zielen, so wie „Magic Moments“ leider schon zu viel Aufwand, aber jeder der es einmal ernsthaft eine Woche lang damit versucht hat, wird diese Dinge sicherlich nicht mehr so schnell aufgeben!
Neben dem Erfolgsjournal und der Mentalwand haben mich noch zwei Techniken aus dem Bereich des NLPs sehr „in ihren Bann gezogen“:
1. Das Modeling (um Ziele schnell, effektiv und einfach erreichen zu können)
2. Das Visualisieren und Ziele vorweg nehmen, das nicht nur mehr Erfolg, sondern auch nachweislich mehr Zielstrebigkeit, Disziplin und Durchsetzungsvermögen in verschiedenen Situationen bewirken kann.
Speziell im Kampf mit dem „Komfortminister“ waren diese beiden Vorgehensweisen für mich oft Gold wert. Aus meiner Sicht kann ich den Lesern empfehlen diese Techniken unbedingt auszuprobieren.


Hört sich gut an :-) ... Kannst du uns noch speziell zum „Visualisieren“ und dem „Modeling“ etwas mehr sagen?
Ja gerne, denn beide Techniken sind erstens überhaupt nicht schwer und in ihrer Wirkung dennoch wirklich überwältigend. Wie bereits erwähnt ist das Visualisieren eine Technik aus dem Bereich des NLPs und hat den Sinn, Situationen bewusst im Vorhinein zu überdenken, zu planen und sich dann das Ganze konkret vorzustellen (zu „visualisieren“). Dadurch kann ich Situationen später bewusst (mit-)gestalten und treibe nicht wie ein Schiff ohne Segel auf hoher See. Es hilft auch, wenn weitere Probleme in schwierigen Lebenssituationen auftauchen, ruhig zu bleiben und so dann mit klarem Kopf einen bestimmten Kurs einzuschlagen – also sprich: Ziele einfach zu erreichen!
Somit ist das Visualisieren eine Technik, durch die jeder ein weiteres Stück mehr zum
(Mit-)Bestimmer seines eigenen Schicksals werden kann und eine super leichte Möglichkeit mit einem sehr hohen Beeinflussungspotenzial, sein Leben selbst „in die Hand zu nehmen“.

Das Modeling ist eine meiner Lieblingstechniken, die ebenfalls aus dem Bereich des NLPs stammt und mit der jeder sehr schnell und spielend einfach überragende Leistungen erbringen kann. Das Modeling basiert auf der Aussage, dass jedes Individuum alles was ein anderer Mensch zuvor erreicht hat, auch erreichen kann, da wir alle mit den gleichen Grundvoraussetzungen geboren wurden: Wir haben alle den (fast) gleichen Körperaufbau, haben alle das gleich aufgebaute Nervensystem und können uns durch bewusstes Training und korrekten Einsatz von Technik alles was andere Personen an Fähigkeiten, aber auch an Kraft und Wissen erworben haben, ebenfalls aneignen. Das Modeling funktioniert so, dass Sie sich für eine schwierige Situation, oder einfach auch einmal eine völlig simple Alltagssituation, eine Person als „Vorbild“ nehmen und diese dann bewusst „modeln“ um die gleichen erfolgreichen Ergebnisse wie diese Person in der Situation erreichen zu können.
Sie beachtet zunächst ganz genau was und wie diese Person etwas tut und prägt sich dies gut ein, damit Sie später ebenfalls so handeln können. Wenn Sie dann in einer ähnlichen Situation sind, können Sie diese gelernte „Prozedur“ mit der gleichen Handlungsweise und -abfolge der vorher beobachteten Person erfolgreich durchführen, um die gleichen Ergebnisse zu erzielen. Natürlich macht es hier Sinn, sich bewusst positive und erfolgreiche Vorbilder zu suchen, bei denen Sie dann während der bestimmten Tätigkeit auf ganz genaue Details wie z.B. Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Atmung, Gestik, usw. achten.
Je detaillierter die Beobachtungen sind, desto eher können Sie die Person genau „modeln“
Wenn ich nun in einem bestimmten Sachverhalt festgefahren bin und einfach nicht mehr weiter komme, dann kann ich beabsichtigt eine Person suchen, die in einer ähnlichen Lage, das erwünschte Ergebnis erreichte und diese Person dann „modeln“. Ein erfahrener „Modeler“ fühlt sich wie diese Person und erreicht so meist das vorgegebene Ziel.


Simon, danke für diesen kleinen „Exkurs“ ... wir alle wissen aber, dass es um erfolgreich zu sein auch immer wieder neue, herausfordernde Ziele braucht, damit der Weg Weiter gehen kann. Wie sehen deine Ziele für dieses Jahr aus?
Richtig! Ich habe mir dazu natürlich auch schon ein paar Gedanken gemacht :-):
1. Ich möchte meinen Weg als Ehemann, Peak-Athlet und natürlich auch angehender Lehrer Weiterhin mit den nötigen 110% an Zeit, Liebe und Einsatz gehen. Ich will mich weiterhin immer wieder durch kleine realistische Nahziele herausfordern.
2. Mit meinem Schatz über Weihnachten erst einmal eine Woche lang Urlaub in Dresden genießen. (Anm. d. Red.: Das Interview wurde bereits im Dezember 2009 aufgezeichnet.) Dann Anfang nächsten Jahres nach Wien in die Flitterwochen fahren und im Sommer 2010 4 Wochen lang (voraussichtlich in England) meinen Auslandsstudienaufenthalt verbringen.
3. Im Training weiterhin zusammen mit meinen Trainingspartnern Vollgas geben und dabei aber auch mit der nötigen Geduld und Kontinuität weiter arbeiten.
4. Mich nach dem Motto CANI (Constant And Neverending Improvement) Leben, Lernen, Wachsen und die Chancen, die sich mir eröffnen auch nutzen.


Alles klar ... Simon, vielen Dank für deine Antworten und interessanten Informationen. Sicherlich haben deine Aussagen für einige Anregungen und Inspirationen bei den Lesern, gerade im Bereich Train, Eat, Sleap, Work gesorgt.
Wir vom Redaktionsteam wünschen dir auf jeden Fall zusammen mit deiner First Lady Jenny auf eurem weiteren Weg alles Gute und hoffen, dass wir bald wieder von neuen Erfolgen im Training und Leben hören dürfen und wünschen euch Zweien viel Wind in euren Segeln.

In diesem Sinne:


Weiter geht der Weg, Peak-Athlet!

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