Clarence Bass schreibt zurück

„Mr. Ripped“ veröffentlicht 9-seitigen Bericht über Jürgen Reis auf US-Top-Portal
Redaktion: Stefan Walkner

Clarence Bass schreibt zurück
„Mr. Ripped“ veröffentlicht 9-seitigen Bericht über Jürgen Reis auf US-Top-Portal
Redaktion: Stefan Walkner

Wenn Autoren gemeinsam trainieren, diskutieren und sogar in der selben Villa in Albuquerque leben wird geschrieben, das ist klar. Bereits in unserem letzten Newsletter berichtete Jürgen Reis gleich nach seiner Rückkehr aus den USA in einem umfangreichen Bericht von seinen ersten Eindrücken.

Doch die „Revanche“ des Bestsellerautors hatte es in sich.

Google reiht cbass.com als Topportal!

Sucht ein wissbegieriger „Internetathlet“ bei google nach englischen Schlagworten aus dem Kraftsport und Fitnessbereich, liefert die weltweit größte Suchmaschine immer wieder ein und die selbe Adresse mit entsprechenden Unterseiten: www.cbass.com

Der Grund ist einfach und Jürgen Reis durfte es in Amerika aus erster Hand erfahren: „Wir sind nicht nur mit unseren Büchern absolute Bestseller!“, so erzählte ein sichtlich stolzer „Mr. Past 40 USA“ eines Nachmittags. „Die Newsletterberichte auf unserer Homepage sind gewissenhaft recherchiert und auch oft sehr umfangreich. Ja! Wir verschenken da High-End-Wissen, doch die Besucherzahlen sprechen für sich. Weltweite Topzugriffe machen unser Portal zu einem der meistbesuchten Fitness-Homepages weltweit!“

High-End-Wissen sorgt für weltweite Zugriffe

Dass dies stimmt bestätigt eben auch der „Google-Test“. Die „Maschine“ ist nämlich, was das Ranking der „nicht bezahlten Links“ angeht, unkäuflich. Nur die Zugriffe zählen. Je öfter eine Seite verlinkt wird, desto interessanter scheint deren Inhalt für die Internetgemeinde zu sein – so einfach ist das.

Umfangreicher Artikel von Clarence Bass und Tagebuch von Jürgen Reis

Dass nun auf genau diesem Portal ein sage und schreibe 9seitiger (in Worten neun) Bericht über den Aufenthalt von Jürgen Reis in New Mexico erschien, war für unser Team mehr als nur ein Grund zum jubeln. „Ein gewaltiger Schritt auch in der zukünftigen Bekanntheit der www.juergenreis.com im internationalen Bereich. Natürlich stiegen seither die Zugriffe noch einmal konstant kräftig an, so ein sichtlich zufriedener Bereichsleiter der consolution.at publishing.

Der erste Teil des Textes stammt vom Bestsellerautor selbst und entstand nach mehreren Interviews mit Jürgen Reis. „Er wollte vor allem meine Motivationen und Hintergründe ganz genau wissen. Ihn interessiert neben den Leistungen vor allem das warum und der Lebensweg eines Athleten.“ Neben diesem ausführlichen Bericht aus seiner Sicht, perfektionierte Sonja Walper und Clarences Frau Carol das Tagebuch von Jürgen Reis in englisch. Denn auch der Peak-Prinzip-Autor selbst hatte es natürlich nicht lassen können. „Es war genial. Ich durfte jeden Tag am PC von Clarence und Carol arbeiten. Ein Tagebuch war natürlich nahe liegend.“ So sind auch mehrere Seiten dieses exklusiven Protokolls nun in englischer Übersetzung online.

Bericht und exklusives Tagebuch

Jürgen Reis wird natürlich das konkrete Wissen, dass er von Clarence und Carol Bass, aber auch vom langjährigen Coach des U.S. Nationalteams im Gewichtheben, Carl Miller aus den USA „mitbrachte“ in seine weiteren Projekte einfließen lassen. Das selbe plant Clarence Bass. Auch er will ja evtl. sogar noch vor seinem 70. Geburtstag im November dieses Jahres die Schreibarbeiten zu seinem neuen, neunten Werk abschließen.

Den Originalbericht samt Tagebuch von Jürgen Reis findet sich für alle Interessierten unter folgendem Direktlink: www.cbass.com/JurgenReis.htm

Ein PDF zum direkten Download findet sich weiters in unserem Pressearchiv.

Die von Sonja Walper ins Deutsche übersetzte Version des Textes von Clarence erster Teil) veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung von Clarence Bass im folgenden:

Ein Bericht von Clarence Bass – 1. Februar 2007
Deutsche Übersetzung: Sonja Walper – Originalversion unter www.cbass.com/JurgenReis.htm


Foto: Jürgen Christmann – Austria – www.cuadro-austria.com
Nachdem er die deutsche Version unseres Buches „Lean for Life“ (und später unsere weiteren Bücher in Englisch) gelesen und davon profitiert hatte, entschloss sich Jürgen Reis Albuquerque zu besuchen und den „Ripped-Lifestyle“ persönlich kennenzulernen. Nach einer Woche Essen, Training und miteinander Vertraut werden sind Carol und ich davon überzeugt, dass er lebt, was er in seinen Büchern weitergibt. Jürgen, 30, ist Autor von zwei deutschsprachigen Bestsellern im Bereich Fitness, dem „Peak-Prinzip“ und „Peak Power“. Zurzeit arbeitet er an seinem dritten Buch. Er ist jetzt seit sechs Jahren Mitglied im Österreichischen Weltcup-Nationalteam der Sportkletterer. Die österreichische Meisterschaft beendete er im September 2006 in Graz als Zweiter.


Foto: Carol Bass

Er ist Muskeln und Knochen pur. In Aktion an der Kletterwand oder im Fitnessstudio erwachen seine Muskeln zum Leben. Es ist, fast als ob er keine Haut hat.
Jürgen wuchs in einem sportgeprägten Haushalt in Dornbirn, Österreich auf. Sein Vater, Erwin ist der Sportdirektor seiner Heimatstadt, in der auch Jürgen lebt. Er erzählte uns, dass vor allem durch das Engagement seines Vaters die größte Massensportverstaltung der Welt, die Gymnaestrada (www.wg2007.com) im Juli 2007 in Dornbirn stattfinden wird.

Seine Eltern ließen sich scheiden, als Jürgen 7 war; er lebte bei seiner Mutter Monika bis er 12 war und zu seinem Vater und seiner Stiefmutter Andrea zog. Auch während er bei seiner Mutter lebte, unterstützte und ermutigte ihn sein Vater immer und war für ihn und seine jüngere Schwester Sonja da.
Seine Mutter hatte kein Auto und keinen Fernseher; sie wollte anscheinend auch keines von beiden. Deshalb ging die Familie zu Fuß oder fuhr mit dem Rad. „Ich verbrachte viel Zeit damit, auf Bäume zu klettern“ sagt Jürgen. „Meine Mutter ist immer sehr aktiv gewesen. Ich denke, mein athletisches Potential habe ich hauptsächlich von ihr.”

Als Jürgen 9 Jahre alt war, besuchte die Familie eine regionale Sportmesse und dort sah Jürgen seine erste Kletterwand. Die Saat war gesät. Klettern wurde seine „Traumsportart“. Zu dieser Zeit standen allerdings zunächst keine Klettereinrichtungen in der näheren Umgebung zur Verfügung. Mit 14 begann er ernsthaft zu trainieren, Klimmzüge, Liegestützen, Laufen, Springen usw. - einfach alles, was ihm einfiel, um stärker und fitter zu werden. Mit 17 baute er eine kleine Kletterwand im Keller des Familienhauses. Sechs Monate später bestritt er seinen ersten Kletterwettkampf - und gewann!
Sein Ziel als Teenager und jetzt ist es, gegen die zehn stärksten Kletterer aus der gesamten senkrechten Welt im berühmten Rockmaster Kletterwettkampf anzutreten, der jedes Jahr in Arco, Italien stattfindet.

Jürgen kennt seinen Körper

Es kann gut sein, dass Jürgen die zielstrebigste und disziplinierteste Person ist, die uns je in Albuquerque besucht hat – und es waren schon viele hier.
Am ersten Morgen seines Besuchs ging ich ca. um 6:30 zum Gästeschlafzimmer, um ihm zu sagen, dass das Frühstück fertig sei; er war weg - auf einem frühen Morgenlauf. Er tat dies jeden Morgen, den er bei uns war und machte dann glücklich einen Spaziergang mit Carol oder mir nach dem Frühstück. Er ist so voller Energie, dass er scheinbar einfach nicht aufhören kann „herumzuhüpfen“. Er mochte diese Redewendung sofort und übernahm sie als seine Eigene. Anm. der Übersetzerin: „bouncing around“ war die amerikanische Redewendung, die nicht exakt ins Deutsche übertragbar ist.

Normalerweise bereite ich für unsere Gästen die aktuelle Version meines “Old Reliable Breakfast” zu. Jürgen akzeptierte es am ersten Morgen höflich. Danach jedoch bestand er darauf, seine eigene Version des „zuverlässigen Bewährten“ zuzubereiten und zu essen. Er ist der erste Gast, der das tut - ein gutes Zeichen. Ich mag jemanden, der für sich selbst denken kann. Er weiß, was sein Körper braucht und er bleibt dabei.

Wir hatten ein Kombinationstraining mit Gewichten und Ausdauertraining für den ersten vollen Tag seines Besuches geplant. Noch unter Jet-lag stehend, widerstand er, da bin ich sicher dem starken Drang, sein Können vor dem „alten Ripped-Man“ zu präsentieren. Er entschied sich, seine Erholung durch ein leichtes Aufwärmen und anschließendes Stretching zu unterstützen. Wieder weigerte er sich, von dem abzuweichen, was sein Körper brauchte.
Als er bereit für ein Gewichtstraining war, führte er jeden Arbeitssatz bis zu dem Punkt aus, an dem er das Gewicht kaum noch bewegen konnte; er ist eindeutig ein HIT-Mann. Im Gegensatz dazu hörte ich auf, wenn ich keinen weiteren vollen Wiederholungssatz mehr machen konnte. Ich glaube, dass mein Weg für viele Leute besser ist; die meiste Zeit ist es gut, etwas für das nächste Training aufzusparen. Aber Jürgen kennt seinen Körper offensichtlich, so dass ich nicht bezweifelte, was er tat. Ich war beeindruckt von seiner Bereitschaft, bis an die Grenze zu gehen. Das ist gut, wenn Ihr Körper ausgeruht und bereit ist. Wie bereits erwähnt, er weiß, wann es Zeit ist, es locker anzugehen.
Zudem trainiert er seine untere Körperhälfte nicht mit Gewichten. Der Grund ist einfach und ohne Zweifel richtig. Während ein muskulöser Oberkörper gegen einen Läufer arbeitet, arbeiten muskulöse Beine gegen einen Kletterer. Wie Sie auf dem Foto am Anfang dieses Artikels bereits gesehen haben, wird von Kletterern oft verlangt, dass sie sich ihren Weg wie eine Spinne an der Decke entlang suchen. Jürgen nennt kräftige Beine „Ballast“, der nicht gut ist für einen Kletterer, der das volle Gewicht seines Körpers nur mit seinen Fingerspitzen und Zehen stützt. Er kennt nicht nur seinen Körper, er kennt seine Sportart.

Ein großartiger Tag in der Kletterhalle

Carol und ich wussten nichts über Sportklettern, bevor wir anfingen E-Mails mit Jürgen auszutauschen. Als es klar wurde, dass er zu Besuch kommen würde, begannen wir, das Thema ernsthaft auszukundschaften. Wir erfuhren, dass Sportklettern normalerweise drinnen in künstlichen Anlagen betrieben wird. Eine Google Suche ergab, dass es eine wundervolle Kletterhalle genau hier in Albuquerque gibt. Stone Age Climbing (www.climbstoneage.com) ist seit 9 Jahren geöffnet und hat die größte Kletterwand in New Mexico (12.000 Quadratmeter Kletterterrain und über 10.000 Quadratmeter Bodenfläche).
Mehrere Wochen vor Jürgens geplanter Ankunft, statteten wir der Halle einen persönlichen Besuch ab. Die Wände sind riesig und mit vielfältigen Hand- und Fußgriffen bedeckt. Ich verwende das Wort Griffe bewusst, weil sie oft klein und prekär aussehen und nur eine minimale Stütze zu bieten scheinen. Es sah beängstigend für uns aus, aber alle – Männer, Frauen, Mädchen und Jungen – schienen sehr viel Spaß zu haben.

Mark, der stellvertretende Manager, der uns herumführte, war sehr freundlich und vertraut mit den Kletter-Weltcups. Er erklärte, dass Klettern ein Ganzkörpertraining mit Fokus auf die obere Körperhälfte und Kraft (insbesondere im Bauch) wie auch Flexibilität und Ausdauer bietet. Er versicherte uns, dass Jürgen herzlich willkommen sei.

Als wir mit Jürgen ankamen, war der Besitzer Bryan Pletta dort, um uns zu begrüßen. Er ließ Jürgen ein Formular unterschreiben und winkte ihn dann als Ehrengast ohne Gebühr hinein. Nach einigem Aufwärmen und Stretchen steuerte Jürgen auf das Hangelboard (siehe Foto unten) zu. Ein Hangelboard ist ein Gerät um Kraft zu trainieren, aber sein größter Wert liegt darin, Power und Energie aufzubauen. Wenn ein Griff in einer Tour nicht erreicht werden kann, müssen sie sich mit einem explosiven Sprung in seine Richtung bewegen, und genau dafür ist Power notwendig.


Jürgen im „freien Flug“, nur seine Fingerspitzen berühren das Hangelboard.
Foto von Sebastian Nagel, Österreich:
www.gestaltungssache.at

Obwohl es ein früher Nachmittag unter der Woche war, gab es eine Menge Kletterer in der Halle, aber keiner benutzte das Hangelboard. Jürgen sagte, dass in erster Linie Elite-Kletterer am Hangelboard trainieren. Und demonstrierte uns auch gleich warum dem so ist. Jürgen führte, immer nur an seinen Fingerspitzen hängend, eine explosionsartige Bewegung aufwärts mit einem Arm aus und hangelte sich einige Griffe höher. Das wiederholte er dann mit dem anderen Arm, Rücken-, Schulter- und Armmuskeln kontrahierten in waghalsiger Entlastung. Es war eine der beeindruckendsten Leistungen von Oberkörperkraft, die ich je miterlebt habe. Zuzusehen, wie er Arm über Arm bis zum Top hangelte, dann den halben Weg zurück nach unten und noch einmal nach ganz oben, war ein unglaublicher Anblick. Er machte etwa drei Sätze und war fertig. Das ganze dauerte ca. zehn oder 15 Minuten einschließlich Pausen. Es ist HIT-Training an einem Hangelboard.

Weil er alleine kletterte, plante Jürgen zu bouldern oder ohne Seil in Bodennähe (die Kletterhallenregel lautet nicht höher als 3 m) zu klettern und sich hierbei vor allem seitwärts an der Wand entlang zu bewegen. Aber zwei sehr fit aussehende Frauen (Jürgen nannte sie „lokale Kletterdamen“) hörten seinen Akzent und kamen zu uns herüber, um zu fragen, woher er komme - bald boten sie an, ihn zu sichern. Das heißt, mit Hilfe eines Gerätes loses Seil aufzunehmen während der Partner hochklettert und so einen möglichen Sturz aufzufangen. Bevor wir es wussten, war Jürgen dabei, die schwierigste Tour in der Halle anzugehen. Eine Tour, die bisher nur von einer anderen Person bewältigt worden ist – ebenfalls einem professionellen Kletterer den Jürgen zufällig kannte. (Wie andere Elite-Einheiten ist Leistungsportklettern eine kleine Welt.) Cody Roth wuchs in Albuquerque auf, wo er seinen Anfang genau hier in der Stone Age Kletterhalle machte und jetzt bei Wettkämpfen in Europa startet, während er Deutsch studiert. Er tritt gegen Jürgen in den Weltcupbewerben an.

Mit nur drei Versuchen an einer nicht vertrauten Wand meisterte Jürgen die schwierigste Tour der Kletterhalle, lediglich eine kurze Verlängerung ganz am Ende eines überhängenden Abschnitts gelang ihm nicht. Die „einheimischen“ Kletterer werden sich ohne Zweifel noch lange an Jürgens Besuch erinnern. Es war ein großartiger Tag für alle Beteiligten!


Copyright © 2007 Clarence and Carol Bass. All rights reserved. Original article of the author: www.cbass.com/JurgenReis.htm


Hier noch eine Auswahl von Fotos, welche beim gemeinsamen Training entstanden. © 2007 Carol Bass:








zurück

DruckenDiese Seite drucken